Ditigatale Demenz

Buchbesprechung (und Kommentar):

Manfred Spitzer, Digitale Demenz

Wie wir uns und unsere Kinder um den Verstand bringen

 

 

Zum zweiten Mal hat Manfred Spitzer zugeschlagen. Schon sein erstes Buch (Vorsicht Bildschirm, 2005) war ein Bestseller. Aber da die Wirkung nach Meinung des Autors zu gering war, legt er jetzt nach. Deutlich beklagt der Autor die offensichtliche Reaktionslosigkeit sowohl der Parteien, des Staates als auch der Kirchen. „Ich sehe keine gesellschaftlich relevante Institution, die damit beschäftigt oder auch nur dazu geeignet wäre, den negativen Folgen digitaler Medien für unsere Gesundheit und unsere Bildung nachzugehen und auf diese aufmerksam zu machen.“[1] Wie oft finden Elternstunden innerhalb der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten statt, in denen von kompetenter Seite die Probleme dargestellt und den Eltern Hilfe angeboten wird?

 

Was beunruhigt den Autor? Schon im Vorwort kann man lesen: „Etwa 250 000 der Vierzehn- bis Vierundzwanzigjährigen gelten als internetabhängig, 1,4 Millionen als problematische Internetnutzer.“[2] Und diese Sucht verbreitet sich global. „Vor fünf Jahren verzeichneten Ärzte in Südkorea, einem hochmodernen Industriestaat mit weltweit führender Informationstechnik, bei jungen Erwachsenen immer häufiger Gedächtnis-, Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen sowie emotionale Verflachung und allgemeine Abstumpfung. Sie nannten das Krankheitsbild digitale Demenz.“[3] Spitzer ist also überzeugt davon, dass es sich bei dem Thema, das er hier behandelt, um eine Krankheit handelt, nicht einfach nur um ein leicht korrigierbares Fehlverhalten. Er hat 359 (wenn ich richtig gezählt habe!) wissenschaftliche Studien, Aufsätze und Bücher verarbeitet. Wir stehen also auf wissenschaftlich gesichertem Boden und lesen nicht die vielleicht übertrieben wirkenden Thesen eines Steckenpferdreiters! Wer das Problem als zu übertrieben einschätzt, sollte einfach mal googeln! Unter dem Stichwort >digitale Demenz< würde er in wenigen Sekunden rund 8000 Einträge in Deutsch und etwa 38 000 in Englisch finden.

 

Im Folgenden gebe ich eine Auswahl der aufrüttelnden Thesen wieder, die Manfred Spitzer formuliert.

„Nach den vorliegenden wissenschaftlichen Erkenntnissen braucht man einen Computer zum Lernen genauso dringend wie ein Fahrrad zum Schwimmen. ... Denn Computer fördern nicht die Bildung der jungen Menschen, sondern verhindern sie.“[4] Schon an dieser Stelle wird deutlich, dass es dem Autor in erster Linie um unsere Kinder und unsere Jugendlichen geht. Und als Gehirnforscher und Psychiater hat er Zugang zu wissenschaftlichen Studien, die er so aufbereitet, dass auch wir als Laien seine Aussagen nachvollziehen können.

Ich selbst habe noch gelernt, dass Nervenzellen nicht nachwachsen. Spitzer – und mit ihm seine Fachkollegen - vertritt eine andere Auffassung. „In der Großhirnrinde ... wachsen bei erwachsenen Menschen ... keine Nervenzellen nach. Im Hippocampus hingegen sterben ... Nervenzellen sehr leicht ab, andererseits wachsen genau hier auch Nervenzellen nach.“[5] Diese neuen Nervenzellen bleiben aber nur am Leben, wenn sie richtig gefordert werden. „Wie leistungsfähig wir geistig sind, hängt davon ab, wie viel wir geistig leisten.“[6] Dazu gehört übrigens auch körperliche Bewegung! „Das beste Gehirnjogging ist schlicht und einfach Jogging.“[7]

Für Schulleiter und die Kultusbürokratie dürfte das Folgende erhellend sein: „Wie oben dargestellt, haben wir auf Grund der bereits vorliegenden Studien guten Grund zu der Annahme, dass Laptops und Smartboards den Lernerfolg beeinträchtigen und damit den Kindern schaden. ... Es gibt keinen hinreichenden Nachweis für die Behauptung, die moderne Informationstechnik würde das Lernen in der Schule verbessern. Sie führt zu oberflächlichem Denken, sie lenkt ab und hat zudem unerwünschte Nebenwirkungen, die von bloßen Störungen bis zu Kinderpornographie und Gewalt reichen. Dies alles ergibt sich aus den Wirkungsmechanismen von geistiger Arbeit auf unser Gehirn und den Auswirkungen der Übernahme geistiger Arbeit durch den Computer.“[8] Es spricht also nichts dafür, sondern vieles sogar massiv dagegen, dass wir unsere Schulen mit Computern und Internet ausrüsten.

Eine für viele Leser verblüffende Information lautet: „Unser Gehirn ist zunächst und vor allem ein soziales Gehirn.“[9] Damit sind wir bei Facebook und unserem Sozialverhalten. „Diese Beobachtungen verdeutlichen, dass Computer und Internet nicht nur unser Denken, unser Gedächtnis und unsere Aufmerksamkeit verändern, sondern auch unser Sozialverhalten.[10] In welche Richtung gehen die Veränderungen: „In Wahrheit machen digitale soziale Netzwerke unsere Kinder und Jugendlichen einsam und unglücklich!“[11] Wer als Kind und als Jugendlicher gelernt hat, sich offline, also face to face mit Anderen auszutauschen, der wird durch die digitalen Netzwerke kaum Schaden nehmen. Wer das aber als Kind nicht gelernt hat, wer also schon als Kind und dann als Jugendlicher groß geworden ist in der Anonymität des Internet, wird sich verbal und oft auch emotional viel weniger kontrollieren. „Das Internet ist voller scheiternder Sozialkontakte, die vom Vorgeben, dass man ein anderer sei, über Schummeln, Betrügen bis hin zur groben Kriminalität reichen. Es wird gelogen, gemobbt, abgezockt, aggressive Stimmung gemacht, gehetzt und diffamiert, dass sich die Balken biegen! ... Langfristig besteht die Gefahr, dass Facebook & Co. zur Schrumpfung unseres sozialen gesamten Gehirns führen werden. So gesehen, ist es äußerst beunruhigend, dass mittlerweile etwa eine Milliarde Menschen Facebook nutzen.“[12]

Geradezu katastrophal sind die Wirkungen des Internet und v. a. des Fernsehens auf Kleinkinder. Da das Gehirn ein Organ ist, das sich im Laufe der Entwicklung vom Baby zum Erwachsenen ständig verändert, es also nicht als fertiges Organ zur Welt kommt, sind die prägenden Einflüsse besonders zu kontrollieren. „In den USA beginnen Kinder mit dem Fernsehen im Alter von durchschnittlich neun Monaten, und 90 Prozent aller Kinder sehen bereits regelmäßig fern, bevor sie ihr zweites Lebensjahr abgeschlossen haben.“[13] Einer amerikanischen Studie kann man entnehmen: „Baby-Videos, die für einen Monat alte Kinder entwickelt wurden, Videospiele für neun Monate alte Kinder und Fernseh-Shows für Einjährige gehören mittlerweile zum Alltag.“[14] Trösten wir uns nicht mit dem Gedanken, dass sich diese Verhältnisse aus den USA kaum nach Deutschland transportieren lassen. Bisher ist fast alles – zeitversetzt von wenigen Jahren – bei uns angekommen.  Deshalb fordert Spitzer: „Die von Kindern unter drei Jahren vor Bildschirmmedien verbrachte Zeit ist verlorene Zeit.“[15] Der Bildschirm eignet sich eben nicht als Babysitter!

Manche Eltern meinen, dass ihre Kinder möglichst früh am Bildungsprozess teilhaben sollten. Und manche Medien bestärken sie in diesem Bestreben – durch Werbung und verzerrte Informationen. Aber wie ist die Faktenlage? „Kleinkinder, die Baby-TV oder Baby-DVDs schauen, kennen deutlich weniger Wörter, sind also in ihrer Sprachentwicklung verzögert.“[16] Für Spitzer sind solche Hilfsmittel schädlich für die intellektuelle Entwicklung von kleinen Kindern. „Digitale Medien sind dem Lernen und damit der geistigen Entwicklung von Babys abträglich!“[17]

Laptops im Kindergarten? Spitzer wird nicht müde, davor eindringlich zu warnen. Wir sollten nicht auf Werbesprüche oder Empfehlungen von Medienpädagogen hereinfallen. „Wer sich die Welt nur durch Mausklick erschließt, wie von manchen Medienpädagogen befürwortet, wird deutlich schlechter – nämlich deutlich langsamer – über sie nachdenken können. ... Somit führt die digitale Welterschließung nachweislich zu einer deutlichen Beeinträchtigung der Gehirnbildung...“[18] Spitzer plädiert für „manuelles Schreiben“! Dadurch würde das Schreiben leichter und v. a. besser gelernt. Damit hängt auch die Lesefähigkeit zusammen. Spitzers Empfehlung: „Wer möchte, dass aus seinen Kindern Mathematiker oder Spezialisten für Informationstechnik werden, der sorge für Fingerspiele statt Laptops in den Kindergärten. Und wer die Schriftsprache ernst nimmt, sollte eher für Bleistifte statt für Tastaturen plädieren.“[19]

Und wie ist das mit den vielen Computerspielen? Die Antwort ist eindeutig: „Die hier beschriebenen Studien belegen die unangenehme Einsicht, dass das aktive oder passive Konsumieren von fiktiver Gewalt zu einer messbaren Abstumpfung gegenüber realer Gewalt führt. Und dies wiederum hat eine geringere Bereitschaft zur Hilfeleistung zur Folge. Mediale Gewalt unterminiert die Grundfesten unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens.“[20] Die Zeitungen und Fernsehnachrichten bestätigen auf traurige Weise diesen Befund fast täglich.

 

Das Jahr 1980 stellt für viele Forscher so etwas wie eine Scheidelinie dar. Wer davor geboren wurde, erlebte einen anderen Zugang zu den modernen Medien. Die nach 1980 Geborenen wuchsen in der Welt der digitalen Medien auf. Diese zeitliche Bruchlinie verdeutlicht die Tatsache, dass die Lebenswelt sich grundlegend verändert hat. In einer Übersicht aus dem Jahre 2008 ergeben sich für einen typischen 21-Jährigen folgende Durchschnittswerte:

·      250 000 E-Mails oder SMS gesendet bzw. empfangen,

·      10 000 Stunden mit seinem Handy verbracht,

·      5000 Stunden Video Games gespielt und

·      3500 Stunden in sozialen Netzwerken (z. B. Facebook) verbracht.[21]

Das sind Durchschnittwerte, aber sie lassen aufhorchen. Was ist mit dem Gehirn eines solchen Menschen inzwischen geschehen? Wie funktionieren seine Synapsen? Tickt er womöglich ganz anders als einer, der heute schon 50 Jahre und älter ist? Können sich diese Generationsunterschiede ausgleichen, oder können wir Älteren die Jüngeren kaum noch verstehen? Nicht weil sie andere Vokabeln benutzen – die könnte man ja lernen - aber empfinden sie nicht schon anders, denken anders, weil ihr Gehirn anders geprägt wurde? Hier tut sich ein Fragenkreis auf, der dringend bearbeitet werden müsste. Warum tun sich ältere Lehrer so schwer im Unterricht? Warum bleibt die Ansprache eines älteren Pastors in der Regel ohne große Wirkung bei jungen Leuten? Es ist ja nicht böse Absicht, dass die Schüler oder die Zuhörer dem Dargebotenen kaum folgen können. Sie können eben dem nicht folgen, weil ihr Gehirn anders geprägt wurde, und der Ältere ihre Art zu denken, nicht beherrscht.

 

Wer heute zu irgendeinem Thema Informationen benötigt, der googelt. Oft aber sind die Ergebnisse (Referate, Seminararbeiten etc.) mehr als dürftig. Woran liegt das? Weil niemand vorher gelernt hat, z. B. verschiedene Quellen zu bewerten. „Was man braucht, um im Netz fündig zu werden, ist eine solide Grundbildung und vor allem Vorwissen in dem Bereich, in dem sich die Suche bewegt.“[22] Fazit: „Die vielfach gepriesenen digitalen Fähigkeiten der jungen Generation lösen sich bei näherem Hinsehen in Luft auf.“[23] Das mag zwar für manche der älteren Generation ein Trost sein, aber es ist ein schwacher Trost.

 

Hart ins Gericht geht Spitzer mit der Neigung zum Multitasking. „Gemäß einer amerikanischen Studie unterbricht der moderne Mensch seine Arbeit im Durchschnitt alle elf Minuten.“[24] Warum machen die Menschen das? Man möchte vielleicht Zeit sparen? Eine Studie zeigt: „Die jungen Leute packen also 8,5 Stunden Mediennutzung in 6,5 Zeitstunden, indem sie mehr als ein Medium gleichzeitig nutzen.“[25] Das kann ja nicht gut gehen! „Zusammengefasst zeigen die Ergebnisse der Studie, dass Menschen, die häufig mehrere Medien gleichzeitig nutzen, Probleme bei der Kontrolle ihres Geistes aufweisen.“[26] Das bezieht sich auf fast alle Bereiche des Geistes. Das aber bedeutet im Klartext: Multitasker sind Menschen, die sich Oberflächlichkeit und Ineffektivität aktiv antrainieren! Studien zeigen, dass sie in vielen Bereichen deutlich langsamer sind als Nicht-Multitasker. Wer sich dabei ertappt, dass er E-Mails liest, gleichzeitig fernsieht, mit dem Handy telefoniert und als Schüler nebenbei versucht, seine Hausaufgaben zu erledigen, der wird sehr bald merken, dass seine Leistungen rapide nachlassen.

 

Der Multitasker gerät fast automatisch in eine Stresssituation, weil er immer wieder spürt, dass irgendetwas nicht so funktioniert, wie er es gern hätte. Aber Spitzer schreibt: „Nicht die unangenehmen Erfahrungen bewirken Stress, sondern das Gefühl, ihnen machtlos ausgeliefert zu sein.“[27]Jemandem ausgeliefert zu sein bedeutet aber auch, dass meine Selbstkontrolle versagt; denn ausgeliefert – so scheint es mir – sind wir den modernen Medien. Sie haben weit gehend die Kontrolle über unser Leben gewonnen. Und das wiederum heißt: „Digitale Medien wirken der Fähigkeit zur Selbstkontrolle entgegen und lösen daher Stress aus.“[28]  Fast ein Teufelskreis.

 

„Die schädlichen Folgen der Digitalisierung unserer Welt betreffen nicht nur in vielfältiger Weise unseren Geist, sondern auch unseren Körper.“[29] Hier wird ein Thema angeschnitten, für das Siebenten-Tags-Adventisten besonders aufgeschlossen sein müssten. Spitzer beginnt mit Überlegungen zum Schlaf. „Unser Gehirn ruht sich nicht aus, schon gar nicht im Schlaf. ... Unser Körper käme vielleicht ohne Schlaf aus, unser Gehirn nicht.[30]  „Im Schlaf werden neue Gedächtnisinhalte in bereits existierendes Wissen integriert.“[31] „Wer sich mit digitalen Medien den Schlaf raubt, begeht keineswegs ein Kavaliersdelikt, sondern ein schweres Verbrechen gegenüber dem eigenen Körper. Denn es ist ein Irrtum, zu glauben, dass zu wenig Schlaf nur kurzfristig Müdigkeit auslöst. Langfristig führt zu wenig Schlaf zu verminderter Immunabwehr und daher zu einem häufigeren Auftreten von Infektionskrankheiten und Krebserkrankungen. Es ergibt sich ein erhöhtes Risiko, dass sich kardiovaskuläre Erkrankungen, krankhaftes Übergewicht und Diabetes entwickeln.“[32]

 

„Digitale Medien machen süchtig und rauben uns den Schlaf. Sie schaden dem Gedächtnis, nehmen uns geistige Arbeit ab und sind deswegen zur Förderung des Lernens im Bildungsbereich grundsätzlich ungeeignet. ... Soziale Online-Netzwerke beeinträchtigen das Sozialverhalten und fördern Ängste und Depressionen.“[33] Und Spitzer wird noch deutlicher: „Die digitale Demenz zeichnet sich im Wesentlichen durch zunehmende Unfähigkeit aus, die geistigen Leistungen in vollem Umfang zu nutzen und zu kontrollieren, d. h. zu denken, zu wollen, zu handeln – im Wissen, was gerade passiert, wo man ist und letztendlich sogar wer man ist. Ein Teufelskreis aus Kontrollverlust, fortschreitendem geistigem und körperlichem Verfall, sozialem Abstieg, Vereinsamung, Stress und Depression setzt ein; er schränkt die Lebensqualität ein und führt zu einem um einige Jahre früheren Tod.“[34]

 

Was könnte man dagegen tun? „Nachgewiesen ist auch, was nicht funktioniert: Aufklärung und gute Ratschläge. ... Aber Studien zeigen immer wieder, dass auch bei den neuen Medien eine Beschränkung der Dosis die einzige Maßnahme ist, die die von ihnen ausgehenden Gefahren nachweislich mindert.“[35] Eigentlich eine Binsenwahrheit, aber wer setzt sie bei seinen Kindern wirklich durch? Spitzer verteufelt nicht die digitalen Medien, er warnt nur sehr eindringlich vor falschem Gebrauch. Und dieser falsche Gebrauch hat sich langsam und generationsübergreifend eingeschlichen. Die Folgen werden wir alle zu tragen haben. „Digitale Medien führen dazu, dass wir unser Gehirn weniger nutzen, wodurch seine Leistungsfähigkeit mit der Zeit abnimmt. Bei jungen Menschen behindern sie zudem die Gehirnbildung; die geistige Leistungsfähigkeit bleibt also von vornherein unter dem möglichen Niveau.“[36]

 

Zum Schluss gibt Spitzer ein paar ganz einfache, konkrete Ratschläge:

·      Ernähren Sie sich gesund.

·      Täglich eine halbe Stunde Bewegung.

·      Versuchen Sie, weniger <in Gedanken> zu sein.

·      Nehmen Sie sich nur Dinge vor, die auch machbar sind.

·      Helfen Sie anderen.

·      Geld macht weder glücklich noch gesund – wenn Sie Geld ausgeben wollen, dann geben Sie es für Ereignisse aus und nicht für Sachen.

·      Hören Sie  gelegentlich ganz bewusst Musik.

·      Singen Sie, denn das ist sehr gesund.

·      Lächeln Sie! Auch wenn Ihnen gerade nicht danach ist.

·      Seien Sie aktiv und überwinden Sie Hindernisse.

·      Vereinfachen Sie Ihr Leben.

·      Ein Abendessen mit drei Freunden macht viel glücklicher und bewirkt viel mehr als dreihundert virtuelle Kontakte in Facebook.

·      Verbringen Sie Zeit in der freien Natur.

·      Meiden Sie die digitalen Medien. Sie machen  ... tatsächlich dick, dumm, aggressiv, einsam, krank und unglücklich. Beschränken Sie bei Kindern die Dosis. Jeder Tag, den ein Kind ohne digitale Medien zugebracht hat, ist gewonnene Zeit.[37]

 

Diese Ratschläge könnten auch aus einem Buch über adventistischen Lebensstil stammen. Das bedeutet, dass wir Adventisten die ersten sein müssten, die die Thesen und Schlussfolgerungen von Manfred Spitzer aufgreifen und verbreiten sollten. Tatsache aber ist, dass wir oft in vorderster Front stehen, wenn es um den Gebrauch der digitalen Medien geht. Wir preisen E-Learning an – Spitzer rät davon ab. „Glaubt man den Gurus von E-Learning, Edutainment, Computer Literacy, und Medienkompetenz, dann handelt es sich bei einem Computer um eine Art Hightech-Version des Nürnberger Trichters, mit dem bei unseren Kindern nun endlich – nach Jahrtausenden der Plage mit dem Pauken – das Lernen wie von selbst gelingt.“[38]

 

Ich habe das Buch mit persönlichem Gewinn gelesen und dabei ein paar wichtige Vorsätze gefasst. Spitzer ist ja kein Don Quichote, der gegen imaginäre Windmühlen kämpft. Er nutzt die digitalen Medien, verteufelt sie nicht, aber er rät in vielen Fällen nicht nur zur Vorsicht, sondern zum Verzicht. Das gilt v. a. bei Kindern und Jugendlichen. Hier haben wir Älteren eine große Verantwortung. Wird meine Kirche diese Verantwortung wahrnehmen und ihr gerecht werden? Dieses Buch sollten alle Eltern, Lehrer und unsere Pastoren lesen. Vielleicht könnte man Gesprächskreise in den Gemeinden organisieren und bestimmte Thesen Spitzers diskutieren. Es geht ja nicht darum, seine Vorschläge 1:1 umzusetzen, sondern zunächst einmal darum, bei vielen von uns überhaupt das Bewusstsein zu wecken, dass hier eine gefährliche Entwicklung eingesetzt hat, der wir uns stellen müssen.

 

Das Buch ist in einer allgemein verständlichen Sprache geschrieben, also auch für Nicht - Mediziner gut lesbar. Mich haben manchmal die vielen Zeichnungen und Graphiken etwas gestört, aber man kann den Text auch verstehen, wenn man die Illustrationen >überliest>.

L. E. Träder

Im August 2012

 

Manfred Spitzer, Digitale Demenz – Wie wir uns und unsere Kinder um den Verstand bringen, Droemer Verlag, 2012

Preis: 19,99 €



[1] Manfred Spitzer, Digitale Demenz, S. 293

 

[2] Aus dem Jahresbericht der Bundesregierung vom 22. Mai 2012

 

[3] Manfred Spitzer, a. a. O. S. 8

 

[4] Manfred Spitzer, a. a. O. S. 23

 

[5] Manfred Spitzer, a. a. O. S. 56

 

[6] Manfred Spitzer, a. a. O. S. 61

 

[7] Manfred Spitzer, a. a. O. S. 58

 

[8] Manfred Spitzer, a. a. O. S. 95

 

[9] Manfred Spitzer, a. a. O. S. 113

 

[10] Manfred Spitzer, a. a. O. S. 113

 

[11] Manfred Spitzer, a. a. O. S. 114

 

[12] Manfred Spitzer, a. a. O. S. 128

 

[13] Manfred Spitzer, a. a. O. S. 132

 

[14] Manfred Spitzer, a. a. O. S. 136

 

[15] Manfred Spitzer, a. a. O. S. 141

 

[16] Manfred Spitzer, a. a. O. S. 146

 

[17] Manfred Spitzer, a. a. O. S. 154

 

[18] Manfred Spitzer, a. a. O. S. 180

 

[19] Manfred Spitzer, a. a. O. S. 184

 

[20] Manfred Spitzer, a. a. O. S. 202

 

[21] Manfred Spitzer, a. a. O. S. 205f

 

[22] Manfred Spitzer, a. a. O. S. 211

 

[23] Manfred Spitzer, a. a. O. S. 213

 

[24] Manfred Spitzer, a. a. O. S. 222

 

[25] Manfred Spitzer, a. a. O. S. 224

 

[26] Manfred Spitzer, a. a. O. S. 233

 

[27] Manfred Spitzer, a. a. O. S. 248

 

[28] Manfred Spitzer, a. a. O. S. 256

 

[29] Manfred Spitzer, a. a. O. S. 258

 

[30] Manfred Spitzer, a. a. O. S. 259

 

[31] Manfred Spitzer, a. a. O. S. 260

 

[32] Manfred Spitzer, a. a. O. S. 261

 

[33] Manfred Spitzer, a. a. O. S. 274

 

[34] Manfred Spitzer, a. a. O. S. 296

 

 

 

[35] Manfred Spitzer, a. a. O. S. 304

 

[36] Manfred Spitzer, a. a. O. S. 322

 

[37] Manfred Spitzer, a. a. O. S. 323ff

 

[38] Manfred Spitzer, a. a. O. S. 306

 

"Digitale Demenz"

Manfred Spitzer, Digitale Demenz – Wie wir uns und unsere Kinder um den Verstand bringen, Droemer Verlag, 2012

Preis: 19,99 €