Reaktionen auf das Karmel Memorandum (KM)

Ich gebe zunächst eine kurze Zusammenfassung des Ablaufs. Als ich die notwendigen Unterschriften zusammen hatte, habe ich den Text des KM samt Unterschriftenliste per Post an alle offiziellen Mitglieder der „Freikirche in Deutschland“ (FiD) geschickt. (Das sind die beiden Verbandsausschüsse, die Leiter der Institutionen und der Vorstand der EUD.) Zunächst aber hat sich eine Vorsteherberatung (alle Vereinigungsvorsteher und die Vorstände der beiden deutschen Verbände) in Friedensau mit dem Text des KM befasst. Dabei wurde offensichtlich heftig und kontrovers diskutiert. Zwischenzeitlich wurde ein Antrag gestellt, den Text des KM auf die Agenda der nächsten FiD-Sitzung zu setzen, was auch geschah.

 

Im Dezember 2011 tagte in Mühlenrahmede die FiD, und hier wurde dann neben vielen anderen Agendapunkten auch der Text des KM diskutiert. Allerdings scheiterte die Diskussion einiger Themen des KM am Abstimmungsmodus der FiD. Manchmal wurde die Diskussion im Plenum mit einer Stimme Mehrheit (unterhalb des 2/3 Quorums) abgelehnt. Ich halte dieses Verfahren zumindest für diskussionswürdig. Es kann doch nicht angehen, dass einige Themen, die von einer klaren Mehrzahl der Anwesenden diskutiert werden möchte, aus formalen Gründen (wenn man die 2/3 Mehrheit verfehlt) von der Agenda quasi gestrichen werden.

 

So kam es, dass die Forderungen des KM nicht die erhoffte Reaktion fanden. Das bedeutet jetzt für mich, dass ich eine Aufgabe übernehme, was eigentlich so gar nicht geplant war. Ich hatte gefordert – und das wurde von einigen ehemaligen Vorstehern, Vertretern aus dem akademischen Bereich und von vielen Gemeindeleitern per Unterschrift unterstützt – dass jetzt „eine Phase klarer theologischer Positionierung und konkreter organisatorischer Entscheidungen“ folgen müsse. So ist es im KM formuliert. Die organisatorische Entscheidung – gemeint ist v. a. die Bildung einer zentralen Verwaltungsstelle in Deutschland – sollte anlässlich der Delegiertentagungen im Frühjahr  2012 fallen. Dazu kam es nur teilweise. Die Delegierten des NDV beschlossen in ihrem Plänepapier einen Auftrag an den Vorstand des Verbandes, mit dem SDV Gespräche zu führen „mit dem Ziel ... bis Oktober 2016 ein beschlussfähiges Modell für eine Zusammenlegung beider Verbände am Ende der Konferenzperiode 2017 vorzulegen.“ Die Delegierten des SDV verzichteten per Geschäftsordnungsbeschluss, sich zu diesem Gesprächsangebot zu äußern. Das bedeutet, dass der Vorstand des SDV dadurch freie Hand hat, sich diesen Gesprächen mit dem NDV zu widmen; denn es gibt dazu keinerlei Bedingungen seitens der Delegierten. Ob es also zu einem solchen Vorschlag kommt, liegt jetzt ausschließlich in den Händen der Vorstände der beiden deutschen Verbände.

 

Aber da auch kein Auftrag an unsere Theologen ergangen ist, „einfache, biblisch begründete Texte zu schreiben“, werde ich selbst den Versuch wagen, hier etwas Material zu veröffentlichen.  Ich hatte im KM ausdrücklich darauf hingewiesen, dass hier nicht an Grundsatzthemen (Sabbat; Wiederkunft Christi; Glaubensgerechtigkeit, etc.) gedacht sei, sondern ich hatte vier Begriffe aufgezählt, die in letzter Zeit in die Diskussion geraten sind: Babylon, Sichtung, Gemeinde der Übrigen und Spätregen.

 

 

 

Spätregen

Ich beginne mit diesem Begriff, weil er die aktuellste Diskussion ausgelöst hat. Wenn ich einige Passagen der Predigten von Ted Wilson – angefangen mit seiner ersten Grundsatzpredigt in Atlanta – richtig verstehe, dann möchte er die Adventgemeinde weltweit von einer bestimmten Gedankenkette überzeugen: Beten wir jetzt intensiv um den Spätregen – dann sind wir in der Lage, die Wiederkunft Jesu zu beschleunigen, weil wir durch den Spätregen befähigt werden, mit bisher ungekannter Kraft die Botschaft zu verkündigen  – und dann kann Christus sehr bald wiederkommen. Dieser Dreischritt hat zwei kritische Teile: Das Problem der Parusie-Beschleunigung und den Begriff >Spätregen<. Zum Thema >Beschleunigung< werde ich mich hier nicht äußern, weil es offensichtlich ein theologisch komplizierter Begriff ist, der in unserer Freikirche unterschiedlich bewertet wird. Anders verhält es sich mit dem Stichwort >Spätregen<. Hier sind klare Aussagen möglich.

 

Eine ausgezeichnete Studie zu diesem Begriff hat Josef Butscher veröffentlicht. Ich stütze mich in großen Teilen  dieser Ausarbeitung auf seinen Text. Eine erste Reaktion zum Stichwort >Spätregen< habe ich allerdings schon gleich nach Bekanntwerden der Thesen von Ted Wilson auf meiner Webseite publiziert, bevor ich die Studie von Josef Butscher gelesen hatte. Ich werde also meinen Text jetzt etwas ergänzen.

 

Damit jeder weiß, worum es geht, zitiere ich aus dem „Lexikon zur Bibel“, herausgeben von Fritz Rienecker: „Das Klima in Palästina ist durch den Wechsel von zwei scharf getrennten Jahreszeiten gekennzeichnet: der fünf Monate dauernden Trockenheit des Sommers steht die Regenzeit des Winters gegenüber. Von Mitte Mai bis in die zweite Oktoberhälfte fällt auch an der Küste kein Regen … Die Regenzeit beginnt in normalen Jahren im Oktober, kurz nach dem Laubhüttenfest, im Hügelland etwas später als an der Küste. Diese Frühregen weichen den von der Sommerhitze ausgedörrten Boden auf und sind die Voraussetzung für Pflügen und Säen … Nach dem Frühregen kommt eine Zeit, in der in guten Jahren die Westwinde regelmäßig, meist einmal in der Woche, Regen bringen …  Am Ende der Regenzeit (März – April), wenn es wärmer wird und die einzelnen Schauer seltener, fallen die Spätregen, die für volle Ähren und eine gute Ernte unerlässlich sind.“

 

Hier wird zweierlei deutlich: Entscheidend ist die Mitte, also die Hauptregenzeit. Frühregen und Spätregen haben untergeordnete Bedeutung. Beide sind zwar wichtig, spielen aber im Vergleich zur Hauptregenzeit eine geringere Rolle,

 

Beide Begriffe – Früh- und Spätregen -  kommen in der Bibel als konkrete Aussagen vor.: 5. Mose 11, 13 -15; Jeremia 3, 1-5; Jeremia 5, 23. 23; Joel 2, 22 – 26; Sacharja 9, 17 und 10,1

Diese  Texte haben alle einen sehr konkreten Inhalt: Sie verdeutlichen, dass Gott die jährliche Ernte garantiert, damit alle genug zum Essen haben – im Gegensatz zum Unvermögen der Götzen. Nirgendwo wird auch nur im Ansatz erkennbar, dass man diese Begriffe in übertragenem Sinn gebrauchen könne.

 

Dann gibt es Texte, die von Früh- oder Spätregen sprechen, aber jeweils als Bild für etwas anderes stehen: Hiob 29, 23; Psalm 84, 7; Sprüche 16, 15; Hosea 6, 3; Jakobus 5, 7.8 Die Bildersprache in diesen Texten soll den Leser auf ein bestimmtes Verhalten hinweisen, z. B. geht es im Jakobustext um Geduld.

 

Wir Adventisten haben es uns angewöhnt, in einer sehr speziellen Weise besonders vom >Spätregen< zu sprechen. Ausgelöst wurde das durch einige Passagen in den Texten von E. G White (EGW): Das Wirken der Apostel, S. 55. 56; Der große Kampf zwischen Licht und Finsternis, S. 611. 612; Christus kommt bald, S. 131. 134. 137

 

Daraus ergibt sich ein Dilemma. Auf der einen Seite lassen die Bibeltexte es offensichtlich nicht zu, das Pfingstereignis als >Frühregen<  zu deuten, und damit entfällt das Warten auf einen >Spätregen<. Auf der anderen Seite sind wir Adventisten überzeugt davon, dass die Schriften von EGW inspiriert sind. Hier muss nun jeder seine Entscheidung treffen.

 

Machen wir uns das vielleicht an einem Beispiel klar: „Niemals dürfen wir in unseren Anstrengungen nachlassen. Wenn wir keine Fortschritte machen, wenn wir nicht in der Erwartung sowohl des Frühregens als des Spätregens leben, werden wir unser Heil verlieren, und wir selbst werden allein dafür verantwortlich sein … alle Gelegenheiten, wo wir uns um das Seelenheil anderer bemühen können. sind gottgegebene Anlässe, um den Frühregen und den Spätregen zu erhalten.“ (Christus kommt bald, S.134 – aus TM, 508 (1897) Hier wird deutlich, dass EGW die Auffassung vertritt, dass jeder Gläubige sowohl den Frühregen als auch den Spätregen empfangen müsse. Damit werden die Bilder in einem sehr speziellen Sinn gedeutet. Wir lehren aber als Freikirche, dass jeder, der getauft worden ist, die Gabe des heiligen Geistes empfangen hat. „Tut Buße, und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden, so werdet ihr empfangen die Gabe des heiligen Geistes.“ (Petrus in Apg. 2,38) 3000 Menschen befolgten damals unmittelbar diese Aufforderung und erlebten beides: Die Wassertaufe und die Geistestaufe. Eins ist ohne das andere nicht denkbar. Nach dem urchristlichen Pfingsten gehören das Getauftwerden und die Geistestaufe zusammen. Es ist auffällig, dass nirgendwo in den neutestamentlichen Briefen die Gläubigen aufgefordert werden, um die Gabe des heiligen Geistes zu bitten! (ausführlich dazu: Johannes Mager, Auf den Spuren des Heiligen Geistes, S. 81, Advent-Verlag, 1999)

 

Daraus ergibt sich die einfache Frage: Benötigt jeder Gläubige den Früh- und Spätregen oder ist mit der Bekehrung und der anschließenden Taufe nicht ein für alle mal entschieden, dass der Getaufte die Gabe des heiligen Geistes empfangen hat? Wer hier Zweifel sät, widerspricht der klaren biblischen Aussage. Es gibt keinen Hinweis im NT, dass das Pfingstereignis mit dem palästinensischen Frühregen in Verbindung gebracht wird. Und genauso gibt es keinen Hinweis darauf, dass die Gemeinde auf einen >Spätregen< warten soll. Das schließt natürlich nicht aus, dass Gott zu allen Zeiten – auch und gerade in der Spätphase unseres Äons – eine besondere Bekundung seines Geistes wirken lassen kann. So etwas sehe ich zum Beispiel in der Epoche der Reformation. Und warum nicht auch in unserer Zeit? Aber das hat nichts mit dem Früh- oder Spätregen zu tun, sondern mit dem Willen Gottes, der seinen Geist wehen lässt, wie und wann und wo ER will.  So gesehen, entfaltete sich der Geist Gottes nach Pfingsten in einem unvorstellbaren Ausmaß. Es kam zur Bildung einer religiösen Bewegung, die bis heute zur zahlenmäßig größten Bewegung der Geschichte geworden ist. Darin zeigt sich nicht die Dauerwirkung des >Frühregens>, sondern die kräftige Wirkung des >Hauptregens<. Das machtvolle Wirken des Geistes Gottes in vielen Regionen der Erde, wie wir es heute erleben, hat nichts mit dem Früh- oder Spätregen zu tun, sondern ist die Wirkung – wenn schon in der Bildersprache – dann des >Hauptregens<. Es wäre wünschenswert, wenn bei einer eventuellen Neubearbeitung  der „Schlüsselbegriffe adventistischer Glaubenslehre“ unter dem Stichwort „Spätregen“ (S. 147f) nur der biblische Sachverhalt erläutert würde.

 

Warum ich so ausführlich dieses Stichwort dargestellt habe? Im Dreischritt, wie ihn Ted Wilson verkündet, liegt die Gefahr, dass sich in zwei oder drei Jahren eine riesige Welle der Enttäuschung unter Adventisten zeigen könnte. Wenn wir intensiv um den Spätregen beten, wir dadurch hoffen, die Wiederkunft Jesu zu beschleunigen und es passiert nichts – dann könnte nicht nur manche persönliche Hoffnung zerstört werden, sondern die Gemeinde als Ganzes könnte ins Schlingern geraten. Wir sollten deshalb beim Bibeltext bleiben und Aussagen vermeiden, für die es keine klare biblische Begründung gibt.

 

Babylon

 

Mit dem zweiten Begriff des >Forderungskatalogs> aus dem KM begebe ich mich auf vermintes Gelände. Aber ich wage es, hier doch eine kleine Bresche in das Denkschema vieler Adventisten zu schlagen. Bei meinen Besuchen in den Gemeinden habe ich oft die Frage gehört: „Gibt es schon eine neue Deutung der Begriffe >Babylon< und >Antichrist<“? Hinter diesen Fragen vermute ich eine gewisse Unzufriedenheit mit der bisherigen Deutung dieser Begriffe. Ist die einseitige Festlegung auf die röm.-kath. Kirche und das Papsttum nicht letztlich etwas unzulänglich? Übersehen wir hier nicht sehr gravierende Entwicklungen auf globaler Ebene, die uns zwingen könnten, in eine andere Richtung zu denken? Mir geht es aber nicht darum, eine neue Bewegung oder eine aktuelle Strömung als >Babylon< zu entlarven, sondern lediglich um die Frage nach einer korrekten Auslegung der entsprechenden Bibelstellen.

 

Ausdruck dieser fragenden Haltung war ein Beschluss der Delegierten des NDV im Jahre 1999. Es sollte ein Arbeitskreis gebildet werden, der diese Begriffe einmal gründlich untersucht. Dieser Arbeitskreis ist gebildet worden, hat sehr intensiv gearbeitet und 2002 ein umfangreiches Papier vorgelegt. Drei Jahre wurde an diesem Text gearbeitet, und was dieses Papier besonders auszeichnet, ist die gründliche Darlegung der eigenen, von ihnen angewandten Auslegungsmethode.

 

Zunächst hat dieser Arbeitskreis festgestellt, „dass es keinen Konsens unter STA-Theologen über die Bedeutung von Babylon gibt.“ (Alle Zitate stammen aus dem bisher unveröffentlichten Papier des AK.) In vielem sind sie sich einig, aber oft sind z. B. die Begründungen unterschiedlich. Das hängt weit gehend von der angewendeten Auslegungsmethode ab. Auf vielen Seiten beschreibt und begründet der AK seine Methode, so dass jeder selbst nachprüfen kann, ob die Auslegung dieser Methode entspricht.

 

Ich gebe im folgenden zunächst eine Reihe von Aussagen wieder, die als Ergebnis der Untersuchung auffallen (und teilweise im Gegensatz zu gängigen Auslegungsmustern mancher Adventisten stehen): „Im Gegensatz zur klassischen Prophetie des AT haben die apokalyptischen Vorhersagen des Buches Daniel und der Offenbarung (Off 6-22) nur eine historische Erfüllung“ – „Die Erfüllung apokalyptischer Vorhersagen ist nicht von Vorbedingungen abhängig, die von menschlichen Verhaltensweisen bestimmt werden.“ – „Ähnlich müssen wir bei der Auslegung biblischer Prophezeiungen zwischen ihrer eigentlichen historischen oder zukünftigen Erfüllung und zeitbedingten Anwendungen auf eine gegenwärtige Situation unterscheiden.“ – „Aus den genannten Auslegungsgrundsätzen ergibt sich, dass die Merkmale Babylons aus den Aussagen der Offenbarung abgeleitet werden müssen, nicht aus dem Alten Testament.“ -

 „Aus diesem Ergebnis ziehen wir zwei weitere Schlussfolgerungen:

  • Ein Vergleich der oben angeführten Merkmale Babylons mit der heutigen Weltsituation zeigt eindeutig, dass sich das Babylon der Offenbarung noch nicht manifestiert hat. Es gibt heute keine Macht oder Institution, die zugleich weltbeherrschend, ökonomisch bedeutend und verführend ist und die wahren Nachfolger Jesu weltweit verfolgt oder andere dazu veranlasst.
  • Alle Identifikationen von geschichtlichen Mächten der Vergangenheit mit Babylon können höchstens Anwendungen dieser Aussagen der Offenbarung sein, ihre prophetische Erfüllung kann sich aber nicht auf sie beziehen.“

 

Der AK bietet eine Alternative zur bisher dominierenden Auslegung. Die weithin verbreitete Engführung von Babylon mit der röm.-kath. Kirche wird verlassen. „Es ist zu beachten, dass in der Offenbarung die Braut Christi eindeutig die heilige Stadt Jerusalem ist (Kap. 21,9ff.) nicht die Gemeinde.“ – „Wegen des deutlichen Gegensatzes von Jerusalem und Babylon erscheint es uns nicht gerechtfertigt, vom Symbol der Hure in Offb 17 (im Gegensatz zur Frau von Kap. 12) zu schließen, dass es sich bei Babylon um eine abgefallene Kirche handelt.“ – „Es wird jedoch nirgends in der Offenbarung direkt erwähnt, welche unbiblischen Lehren damit gemeint sind. Deshalb ist festzuhalten, dass unbiblische Lehren kein Identifikationsmerkmal Babylons sind. Lediglich aus dem Gegensatz Babylons zu den Übrigen mit ihren Merkmalen des Haltens der Gebote und der Anbetung des Schöpfergottes können wir schließen, dass die Lehren Babylons in einem Gegensatz dazu stehen. Wir sehen, dass in der Katholischen Kirche (wie auch in anderen Kirchen) unbiblische Lehren vertreten werden, aber das NT und selbst die Offenbarung nennt Irrlehrer und falsche Lehren, ohne dass sie deshalb etwas mit Babylon zu tun haben (siehe z. B. Apg 20,30; 1.Tim 4,1-3; 2.Petr. 2,1; Hebr. 13,9; Off2,14.15). –

„Viele Anwendungen des Babylon der Offenbarung auf bestehende Kirchen, Institutionen, Weltanschauungen u. ä. halten wir nach biblischen Maßstäben für unsachgemäß und z. T. sogar willkürlich.“ –

„Oft hat es die Anwendung von Babylon oder Antichrist mit einer Verurteilung zu tun. Dies bestätigt ein Blick in die Deutungsgeschichte dieser Begriffe. So wurde Rom, der Islam, das Papsttum, kirchliche Splittergruppen oder die korrupte Christenheit als Babylon bezeichnet … sie schaffen damit Feindbilder.“

„Daher halten wir es nicht für gerechtfertigt, das heutige Papsttum bzw. die heutige Katholische Kirche oder eine andere bestehende Kirche mit dem Babylon der Offenbarung zu identifizieren. So wie die Offenbarung seine Merkmale und Entwicklungen schildert, können sie nicht nur wenigen Eingeweihten bekannt sein. Es handelt damals sich vielmehr um Entwicklungen mit globalem Ausmaß, die deutlich sichtbar sein werden. Wir können nicht sehen, dass eine heute bestehende  Institution oder Macht alle in der Bibel genannten Merkmale Babylons erfüllt. Das Herausbilden des Babylon der Offenbarung ist eine zukünftige Entwicklung, an der allerdings das Papsttum in der Gestalt des Tieres aus dem Meer seinen Anteil haben wird.“

 

Dann hat der AK sich auch sehr intensiv mit dem Begriff >Antichrist< befasst. Nur die Johannesbriefe erlauben konkrete Aussagen dazu. Dabei kommt der AK zum Schluss: „Es ist festzuhalten, dass die Merkmale, die Johannes für die Antichristen nennt, nicht auf die Lehren der Katholischen Kirche oder anderer etablierter christlicher Kirchen oder Freikirchen zutreffen.“ – „Übertragen auf die Bildersprache der Offenbarung bedeutet das, dass der Drache von Offb 12, Satan, der Antichrist ist, aber eben nicht das Tier aus dem Meer von Offb 13, das Papsttum!“ – Daher kommen wir zu dem Schluss, dass es unsachgemäß ist, den Begriff des Antichristen, der nur in den Johannesbriefen vorkommt, auf den Menschen der Gesetzlosigkeit und/oder das Tier aus dem Meer (und das Kleine Horn aus Dan 7/8) zu übertragen, wie es viele unserer Theologen tun. Das ‚theologische Konzept des Antichristen’ steht u. E. auf keiner soliden biblischen Grundlage, was den benutzten Begriff angeht.“

Dann fasst der AK seine Überlegungen und Vorschläge zusammen unter der Überschrift „Schlussfolgerungen und Empfehlungen“. Ich gebe sie im vollen Wortlaut wieder.

1.    „Unsere Untersuchung der neutestamentlichen Aussagen über Babylon und Antichrist zeigt, dass die verbreitete adventistische Auslegung, die Babylon und den Antichristen des NT in der heutigen Katholischen Kirche bzw. dem Papsttum manifestiert sieht, von der Bibel nicht gedeckt ist. Adventisten haben damit eine Anwendung der protestantischen Reformatoren übernommen, die zu ihrer Zeit eine gewisse Berechtigung hatte, aber nicht die eigentliche Erfüllung der biblischen Aussagen darstellt.

2.    Die Verwirklichung der biblischen Aussagen der Offenbarung über Babylon ist noch zukünftig. Sie werden eine konkrete Erfüllung haben, die dann sichtbar werden wird, wenn die in Offb 17/18 genannten Merkmale Babylons vorhanden sind. Das ist heute noch nicht der Fall. Sie können sich aber auch nicht im Verborgenen erfüllen.

3.    Eine Verallgemeinerung der Bedeutung des Babylon der Offenbarung und die Anwendung dieses Begriffes auf irgendwelche unchristlichen Haltungen, Prinzipien oder Weltanschauungen wird den Aussagen des Johannes ebenfalls nicht gerecht und raubt der Botschaft des 2. Engels und der Aufforderung von Offb 18,4, aus Babylon auszugehen, ihren eigentlichen Sinn.

4.    Wir halten es für eine bedauerliche allgemein kirchengeschichtliche Entwicklung, dass der Begriff Antichrist zu einem Schlagwort für alle möglichen Personen und Institutionen geworden ist, obwohl die in den Johannesbriefen genannten Merkmale nicht zutreffen. Eine Zusammenführung der Aussagen von Dan 7, 2. Thess 2 und Offb 13 unter dem Stichwort „theologisches Konzept“ des Antichristen halten wir für unglücklich, weil der eigentliche Antichrist der Bibel Satan ist..

Da es dieser Begriff mit einer Diffamierung zu tun hat, halten wir es für unglücklich, ihn in anderer als in der von Johannes beabsichtigten Weise zu benutzen.

5.    Als Adventisten müssen wir uns auch auf dem Gebiet der Auslegung biblischer Prophetie von manchen Traditionen lösen und die biblischen Aussagen vorurteilsfrei untersuchen und bewerten. Wir begrüßen, dass die Arbeit des „Daniel and Revelation Committee“ der Generalkonferenz ein wichtiger Schritt auf diesem Wege war. (siehe die sieben vom Biblical Research Institut der Generalkonferenz 1982 bis 1992 herausgegebenen Bände der „Daniel and Revelation  Committee Series“, von denen bisher leider nur zwei in deutsch erschienen sind.) Seine Ergebnisse sind bisher kaum zu den deutschen Predigern und erst recht nicht in die deutschen Gemeinden vorgedrungen. Die in unseren Gemeinden, Evangelisationen und Publikationen vertretenen Ansichten über die Bedeutung prophetischer Aussagen halten in manchen Punkten einer genauen Überprüfung nicht stand.

6.    Auch wenn wir in anderen Kirchen zu Recht unbiblische Lehren und Traditionen feststellen, berechtigt uns das nicht, sie mit den Bezeichnungen Babylon, Antichrist o. ä. zu versehen. Die Offenbarung nennt keine bestimmten falschen Lehren als Erkennungszeichen Babylons, und den Antichristen der Johannesbriefe kennzeichnet eine bestimmte Form von Irrlehre in Bezug auf Christus, die wir in keiner der etablierten Kirchen oder Freikirchen heute finden.

7.    In unseren Äußerungen über andere Kirchen und religiöse Gemeinschaften, insbesondere bei Evangelisationen oder in Publikationen, sollten wir in unserer Wortwahl sorgfältig und zurückhaltend sein. Eine differenzierte Betrachtungsweise ihrer Lehren und Praktiken, wie wir sie auch von anderen gegenüber der Adventgemeinde erwarten, ist angebracht. Die Rechtfertigung der eigenen biblischen Erkenntnis hat die Diskriminierung anderer Anschauungen, Personen oder Institutionen nicht nötig.“

 

Damit ist eine neue Tür aufgetan worden. Darüber könnte man sich freuen, würde es nicht einen Wermutstropfen geben. Die sehr gründliche Arbeit des AK hat nicht die ungeteilte Zustimmung des Biblical Reseach Institut (BRI) gefunden. In einem Schreiben vom 10. 01. 2002 hat Ekkehard Müller, damals Associate Director des BRI Bedenken geäußert. Sie scheinen zum Standardprogramm der Bedenkenträger zu gehören, da sich ähnliche Formulierungen im Gutachten zum „Quo vadis Papier“ des Beirats der FiD finden. Um der Korrektheit willen, gebe ich die Bedenken des BRI im Wortlaut wieder:

„Der Vorschlag der Babylon-Kommission des NDV stellt eine beträchtliche Veränderung adventistischen Verständnisses dar, die das Biblical Research Institut mit großer Sorge betrachtet. Wir meinen nicht nur, dass das Ergebnis biblischer Aussage nicht voll gerecht wird, sondern befürchten, dass es zu folgenden Auswirkungen kommen kann:

  1. Identitätsverlust der Adventgemeinde in Deutschland.
  2. Reduzierung der Bereitschaft zu Zeugnis und Mission unter den Geschwistern.
  3. Irritation eines Teils der Geschwister mit der Gefahr weiterer Polarisierung in extreme Positionen.
  4. Die Veröffentlichung der Ausarbeitung kann von einigen als ökumenische Agenda verstanden werden.
  5. Die theologische Einheit der Weltgemeinschaft wird in Frage gestellt.“

 

Diese Bedenken teile ich nicht, aber sie sollten Ernst genommen werden. Wahrscheinlich war das der Grund für die Tatsache, dass das NDV-Papier kaum Eingang in die Gemeinden gefunden hat. Und obwohl es also weit gehend unbekannt geblieben ist, sind die von E. Müller befürchteten Entwicklungen ohnehin eingetreten, z. B. eine weitere Polarisierung. Und zwar deshalb, weil sie ganz andere Ursachen haben. Aber es bleibt die Frage, warum ich jetzt Teile dieses Textes veröffentliche. Ich will konkret darauf antworten:

  1. Noch haben wir nicht den Entwicklungsstand der Katholischen Kirche erreicht – konkret: Wir haben noch keine >Glaubenskongregation<. Wenn sich vielleicht auch Teile des BRI schon so empfinden, bleibt es doch eine Unterabteilung der Generalkonferenz ohne Weisungsbefugnis für andere Dienststellen oder Institutionen unserer Freikirche – erst recht nicht für den einzelnen Gläubigen.
  2. Das Babylon-Papier des NDV erhebt nicht den Anspruch, jetzt die allein gültige Auslegung  zu sein. Eine Tür wurde geöffnet, sie zu benutzen ist jedem frei gestellt.
  3. Die Ergebnisse der Studien des AK des NDV überzeugen mich und eröffnen mir eine Möglichkeit, ganz neu über die Begriffe >Babylon< und Antichrist< zu denken und zu sprechen.
  4. Sie geben mir auch die Chance, unbelasteter mit anderen Christen zu sprechen, ohne in den Verdacht der ökumenischen Vermischung zu geraten.
  5. Und Ellen White hat mich dazu ermutigt: „Wir haben noch viel zu lernen und noch viel mehr wieder zu verlernen, denn nur Gott im Himmel ist unfehlbar. Wer glaubt, er werde niemals eine lieb gewordene Meinung aufgeben, eine Anschauung ändern müssen, wird enttäuscht werden. Solange wir unbeugsam an unseren persönlichen Meinungen und Ideen festhalten, werden wir nicht die Einigkeit erreichen, um die Christus betete.“ (Die Gabe der Prophetie, Advent Verlag, Hamburg, 1982, S. 31) Und: „Wahrheit, die ihren Ursprung in Gott hat, ist progressiv; sie ist nach vorn gerichtet, sie nimmt an Kraft zu, ihr Licht wird immer heller. Unsere Erkenntnis der Wahrheit beginnt im Kleinen, zunächst verstehen wir nur wenig, dann immer mehr, bis hin zur Vollendung – zuerst der Halm, danach die Ähre, danach der volle Weizen in der Ähre. (Mk 4:28) Wir haben uns selbst viel geschadet, weil unsere Prediger und Glieder davon überzeugt waren, dass wir im Vollbesitz aller Wahrheit wären, die für uns von Bedeutung ist. Aber dieser Schluss ist ein Irrtum und stellt eine der Täuschungen Satans dar, denn Wahrheit wird sich unaufhörlich entfalten.“ (Signs of the Times, May 26, 1890) Äußerungen ähnlichen Inhalts gibt es viele. Sie bestärken mich in der Annahme, dass Forschen eine Urtugend des Adventismus ist und durch keine >Glaubenskongregation< aufgehalten werden darf und kann!

 

Ich hoffe, dass 10 Jahre >Dunkelhaft< im Panzerschrank des NDV ausreichen, so dass sich jetzt auch die Predigerschaft und die Gemeindeglieder mit den Ergebnissen des Arbeitskreises auseinandersetzen sollten. Glaubens- und Gewissensfreiheit ist ein hohes Gut und sollte auch innerkirchlich respektiert werden. Jeder sollte also, um es konkret zu sagen, an den Ergebnissen der Forschung unserer Theologen teilhaben können. Erst durch die Diskussion dieser und ähnlicher Ergebnisse kann  „Zunahme der Erkenntnis“ (Kol 1, 10 u.a.) erwachsen.

 

Gemeinde der Übrigen

 

Eigentlich hatten wir mit diesem Begriff lange Zeit kaum Schwierigkeiten. Wir bezeichneten uns als die >Gemeinde der Übrigen>, wobei immer deutlich gemacht wurde, dass wir es nicht allein seien. „dass jedoch Gottes Getreue heute über alle christlichen Kirchen verstreut sind und dass alle, die ihr Leben in Übereinstimmung mit Gottes offenbartem Willen bringen möchten, potentielle Glieder der >Gemeinde der Übrigen< sind.“[1] Im Verlag unserer Freikirche in der DDR erschien ein ähnliches Buch, und auch hier findet sich der gleiche Sachverhalt: „dass Gott darüber hinaus in allen christlichen Kirchen seine Getreuen hat, die bereit sind, ihr Leben in Übereinstimmung mit Gottes geoffenbartem Willen zu bringen. Sie werden auch als Glieder der >Gemeinde der Übrigen< angesehen.“[2]

 

Offen zugegeben haben wir immer, dass der Ausdruck >Gemeinde der Übrigen< etwas sehr Spezielles ist. „>Gemeinde der Übrigen< ist ein biblischer Begriff, der von den Siebenten-Tags-Adventisten in einem besonderen Sinn verwendet wird.“[3] Schon sehr früh fand dieser spezielle Ausdruck Eingang in unser Schrifttum. 1847 erschien eine kleine Broschüre mit dem Titel „Ein Wort an die kleine Herde“. Eine Kapitelüberschrift lautete „An die weit umher verstreuten Übrigen“. Das dürfte die erste Anwendung des Begriffes >die Übrigen< in einem speziellen adventistischen Sinn gewesen sein. 1856 wurde der Begriff von Uriah Smith in einem Artikel des >Review and Herald> übernommen und theologisch begründet. Auch James White schloss sich diesem Sprachgebrauch an.

 

Zunächst war dieser Begriff also mehr ein Hinweis auf eine reale Situation: „Die frühen Siebenten-Tags-Adventisten bezeichneten sich selbst als die >Übrigen<, weil sie damals der nicht organisierte und verstreute Überrest derjenigen waren, die die Adventbotschaft angenommen hatten und immer noch überzeugt waren, dass Gott sie geführt habe...“[4] Dieser Sprachgebrauch bezog sich also mehr auf eine geographische Situation als auf eine theologische Bedeutung. Später verschwand dieser Aspekt des Begriffes, und es blieb nur noch die theologische Begründung. Sie stützt sich auf Offb. 12, 17 ; Offb. 14, 6-12; Gal. 3, 7. 29; Joel 3, 1-5.

 

Damit gilt als offizielle Lehre unserer Kirche: Wir sind Teil – vielleicht sogar der Hauptteil – der >Gemeinde der Übrigen<, die aber auch Glieder in vielen anderen christlichen Kirchen hat. Diese Auffassung schützt uns vor jeder Form von Exklusivität und hindert uns daran, andere Kirchen als zweitrangig zu betrachten. Sie ermöglicht ein geschwisterliches Miteinander von Christen unterschiedlicher Konfession. Wer hier eine Änderung der tradierten adventistischen Position anstrebt, verlässt eine Auffassung, die sich von den Gründungsvätern und –müttern bis heute bewährt hat. Einem solchen Bestreben sollte  energisch widersprochen werden.

 

Sichtung

 

Dieser Begriff ist am schwierigsten theologisch zu begründen und dürfte der gefährlichste sein. Auffallend ist schon die Tatsache, dass er in der westdeutschen Publikation der >Schlüsselbegriffe< gar nicht erwähnt wird. Nur in der Ausgabe unserer Freikirche in der DDR findet sich eine Seite mit der Überschrift „Zeit der Sichtung“. „Siebenten-Tags-Adventisten verstehen unter >Zeit der Sichtung< einen Zeitabschnitt, der dem zweiten Kommen Christi vorausgeht und in dem viele Glieder infolge ihrer Gleichgültigkeit durch Satans Täuschungen oder durch den Druck der Umstände die Gemeinde verlassen werden.“[5] Einen direkten Bibeltext für diesen Ausdruck gibt es nicht. Einen indirekten Hinweis findet man in Hebr. 12, 26.27 mit Bezug zu Jes.17,6.

 

EGW schrieb 1850: „Das starke Sichten hat schon begonnen und wird weitergehen. Jeder, der nicht bereit ist, fest und unerschütterlich zur Wahrheit zu stehen und Opfer für Gott und seine Sache zu bringen, wird abfallen.“[6] Diesem Satz entnehme ich, dass das Sichten ein Vorgang ist, den der Einzelne selbst auslöst. Er verlässt die Gemeinde, weil er eine andere Sicht gewonnen hat. Heute erleben wir allerdings in gewissen Kreisen unserer Freikirche einen aktiven Gebrauch des Wortes >Sichtung<. Da werden Gemeindelisten durchforscht, ob sich nicht vielleicht noch jemand in der Gemeinde befindet, der sich nicht im Konsens mit der Gemeindeleitung oder der Auffassung des jeweiligen Predigers befindet. Dann wird u. U. ein Ausschlussverfahren eingeleitet. Diese Praxis lässt sich m. E. weder durch ein Wort von EGW noch gar durch einen Bibeltext belegen. Sie bringt aber in viele Gemeinden Unruhe, persönliches Leid und wirkt auf viele sehr abstoßend.

 

Wer sich berufen fühlt, aktiv das Geschäft des Sichtens zu betreiben, der sollte auch an einen Bibeltext denken, in dem das Wort >Sichten< direkt vorkommt: „Simon, Simon, siehe der Satan hat verlangt, dass er euch sichten darf wie den Weizen.“(Luk.22,31) Satan betreibt offensichtlich das aktive Geschäft des >Sichtens<! Unkraut vom Weizen zu trennen ist nicht unsere Sache. Jesus sagt deutlich, dass diese Unterscheidung von ihm selbst am Tage des Gerichts vollzogen wird. „Lasst beides miteinander wachsen bis zur Ernte; und um die Erntezeit will ich zu den Schnittern sagen: Sammelt zuerst das Unkraut und bindet es in Bündel, damit man es verbrennt; aber den Weizen sammelt mir in meine Scheune.“ (Matth.13, 30) In Vers 39 steht: „Die Schnitter sind die Engel.“ Es bleibt dabei: Es ist nicht unsere Aufgabe, Unkraut vom Weizen zu trennen, das hat sich Gott selbst vorbehalten. Und damit ist wohl auch das aktive >Sichten< gemeint.

                           

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Einleitend schrieb ich, dass ich die Aufgabe, die eigentlich durch die FiD an unsere Theologen erteilt werden sollte, nun doch selbst übernommen habe, weil dieser Auftrag leider nicht erfolgt ist.  Ich hoffe, dass es gelungen ist, die vier Begriffe so zu beschreiben, dass hier wieder Konsens oder zumindest Diskussion entstehen kann. Denn es hat sich gezeigt:

  1. Den Begriff >Spätregen<  sollten wir vermeiden, da er  als aktuelles Gebetsanliegen biblisch nicht zu begründen ist.
  2. Für >Babylon> hat ein AK eine neue Deutungsmöglichkeit eröffnet. Sie ist als Angebot zu verstehen und bedarf sicherlich noch einer ausführlichen Diskussion. Diese ist leider bisher nicht erfolgt. Vielleicht kommt sie jetzt in Gang.
  3. Für die >Gemeinde der Übrigen< habe ich die bisher bei uns geltende Auffassung wiedergegeben.
  4. Eine aktive Form des >Sichtens< ist Satans Werk und nicht Aufgabe der Gemeinde.

 

L. E. Träder

Im Juli 2012

 



[1] Schlüsselbegriffe adventistischer Glaubenslehre, Advent Verlag, S. 50

 

[2] Lehre und Leben der Siebenten-Tags-Adventisten, S. 84

 

[3] a. a. O. S. 82

 

[4] a. a. O. S. 85

 

[5] a. a. O. S. 249

 

[6] a. a. O. S. 250