Sprachverwilderung

 

Gestern war ich in der Gemeindeversammlung der Marienhöhe. Die einzelnen Leiter der verschiedenen Abteilungen erläuterten ihre Arbeit. Dabei fiel mir wieder einmal auf, wie gefährdet unsere Muttersprache ist. Ich bin kein Fremdwortgegner – viele Ausdrücke habe sich bei uns eingenistet, und wir gebrauchen sie, ohne lange zu überlegen. Aber muss das wirklich immer so weitergehen?

 

Da war z. B. von einer Teamerfreizeit die Rede. Gemeint ist schlicht eine Freizeit der „Gruppenleiter“ unserer Pfadfinder. Warum können wir nicht einladen zu einem „Familientag“ und nicht zu einem Family Day ? Das scheußliche Wort Potluck würde doch viele einladender klingen, wenn wir zu einem „Gemeinschaftsessen“ einladen. Da wüsste dann jeder gleich mit  der  Bezeichnung, worum es geht – nämlich nicht primär ums Essen, sondern um die Förderung von Gemeinschaft. So könnte ich fortfahren, aber ob es wohl noch Sinn macht?

 

Mit der Verwilderung der Sprache geht natürlich auch eine Veränderung des Denkens einher. Aber das jetzt auszuführen, wäre ein neues Thema.

L. E. Träder

15 – 11 - 2010