Absturz oder Aufbruch?

Aus der Geschichte lernen

 

 

Referat, gehalten am 30. 10. 2011

 

anlässlich des Studientages der

Niedersächsischen Vereinigung

 

von

Dr. L. E. Träder

 

 

 

Einleitung

 

Der Wirbel um das schlichte Diskussionspapier „Quo vadis, Adventgemeinde?“ hat sich offensichtlich etwas gelegt. Das Leitungsorgan unserer Freikirche (FiD) hat den Text zwar nicht zum offiziellen Dokument erklärt, sondern es hat nur den Status eines offiziösen Textes erhalten, weil dessen Fragen ja weiter erörtert werden sollen.  Im Nachhinein fragt man sich, woher die starken Emotionen kamen. Kürzlich las ich noch die Kennzeichnung: „Quo vadis Tsunami“. Als Mitverfasser dieses Textes frage ich mich: Wie erklärt sich die tsunamiähnliche Wucht der Diskussion mit all den zum Teil höchst betrüblichen Begleiterscheinungen?

 

Ich habe darauf eine einfache Antwort: Der Text des Beirats der FiD traf genau einen wunden Punkt unserer Freikirche. Beim Lesen des Textes sahen sich plötzlich viele Gemeindemitglieder, vor allem aber die in leitender Funktion, mit einer Erkenntnis konfrontiert, die wir gern ignorieren. Ich will es etwas überspitzt formulieren: Wir erleben als Glaubensgemeinschaft unser zweites Jahrhundert und das bedeutet, wir entwickeln uns von einer kleinen Sekte über den Status einer Freikirche zu einer echten Kirche. Und dagegen sträuben sich unsere theologischen Nackenhaare. Wir haben vor allem in Deutschland über viele Jahrzehnte eine Anti-Kirchen-Haltung, fast einen Anti-Kirchen-Komplex gepflegt. Der Begriff >Kirche< wurde unter das Verdikt >Babylon< subsumiert.

 

Plötzlich aber stellen wir fest, ausgelöst durch den Text des Beirats, dass wir unter uns durchaus unterschiedliche Meinungen zum Thema Kirche, Ökumene, Babylon haben. Und schnell wurden in den letzten Monaten die Bewertungen verteilt: liberal oder konservativ. Wer progressiv dachte, also sich zum Beispiel für eine ökumenische Haltung (nicht zu verwechseln mit einer Mitgliedschaft im Ökumenischen Rat der Kirchen!) einsetzte, wurde plötzlich als liberal eingestuft. Und wer den Anti-Kirchen-Komplex tapfer verteidigte, galt als konservativ. Hier wurden schlichte Sachbezeichnungen überlagert von wertenden Begriffen. Daraus resultierte ein diffuses Kampfgeschehen ohne erkennbaren Sieger; denn die Krux lag offensichtlich in der Vermischung zweier streng getrennt zu denkender Ebenen: Sachaussagen und Wertung.

 

Ich möchte heute etwas Licht in die verworrene Kampflage bringen. Dabei gilt es aber sehr achtsam zu formulieren, weil es zwei parallele Gedankenstränge gibt. Da ist zunächst eine aktuelle Zeiterscheinung in der deutschen Öffentlichkeit. So kämpfen heute zum Beispiel in Deutschland in der röm.-kath. Kirche die Reformer (angeführt von Zollitsch) gegen die Bewahrer (angeführt von Meissner), die Frauen gegen die Männer, Laien gegen Priester. Hier entwickelt sich eine Situation, die in Rom kaum Wirkung zeigen wird. Der letzte Papstbesuch in Deutschland hat das deutlich gezeigt. Und das liegt vor allem in der Tatsache begründet, dass die Anzahl der Katholiken in Deutschland nur noch 2% der Weltkirche bilden. Hier kann der Papst gar nicht einlenken; denn die Mehrzahl der Katholiken weltweit nimmt in den meisten Fragen eine andere Position ein als das in Deutschland der Fall ist. Hinzukommt natürlich die betont konservative Grundhaltung des amtierenden Papstes.

 

Von dieser aktuellen Zeiterscheinung – liberal versus konservativ - ist aber das zu unterscheiden, was sich in unseren Gemeinden hier in Deutschland abspielt. Wir haben in einem längeren Entwicklungsprozess eine Stufe erreicht, die jetzt erst langsam ins Bewusstsein der Adventisten dringt. Wir sind im Augenblick noch in einem Übergangsstadium. Ich nenne das die >Fugenzeit<. Wie bei einer Ziegelmauer Stein neben Stein liegt und dazwischen sich eine Lücke für den Mörtel befindet, genauso ist es bei uns als Glaubensgemeinschaft. Wir sind dabei, die bisherige Glaubensheimat zu verlassen, kennen aber noch nicht genau das Neue, und das bewirkt zunächst einmal Ängste. Das ist ein Hauptkennzeichen der Fugenzeit, und wir sind im Augenblick das beste Beispiel. Das Endziel (der nächste Stein) scheint aber klar zu sein: Wir werden eine Kirche. Ich werde versuchen, das im Laufe des Referats zu beweisen.

 

Im Untertitel meines Referats steht: Aus der Geschichte lernen. Das Motto in Bismarcks Memoiren „Gedanken und Erinnerungen“ lautet: „Den Söhnen und Enkeln zum Verständnis der Vergangenheit und zur Lehre für die Zukunft“. Nun kann man natürlich Zweifel hegen, ob überhaupt jemand aus der Vergangenheit gelernt hat, ob das überhaupt möglich ist. Ich bejahe diese Frage, sicherlich zu eurer Verwunderung. Zwei einfache Beispiele: Wir hatten in Deutschland noch nie eine so lange Friedensperiode wie gegenwärtig. Wir haben in Mitteleuropa aus der Geschichte gelernt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass auf absehbare Zeit Deutsche gegen Franzosen in den Krieg ziehen. Zwei Weltkriege auf deutschem und französischem Boden haben gereicht. Oder ein anderes Beispiel. Fast alle Prognosen des Club of Rome in seinem Buch Die Grenzen des Wachstums (1972) erweisen sich heute als falsch. Aber nicht, weil die Wissenschaftler damals schlecht gerechnet haben, sondern weil wir uns besonnen haben und haben angefangen, mit den Ressourcen sparsamer umzugehen. Das heißt, wir haben aus der Geschichte gelernt. Ob uns das auch heute in unserer Freikirche gelingen wird?

 

Ich habe den Hauptteil meines Referats in 4 Teile gegliedert:

  • Der kirchengeschichtliche Kontext
  • Der adventistische Kontext
  • Das Dilemma unserer Weltkirche
  • Folgerungen für Deutschland

 

 

 

 

 

I Der kirchengeschichtliche Kontext

 

Ich will mich in diesem Kapitel sehr kurz fassen, weil ich über dieses Thema schon oft öffentlich gesprochen habe und ich hier keine unnötigen Wiederholengen bringen will.[1]

Es geht um die typische, normale Entwicklung einer christlichen Sonderbewegung.

 

1.  Die Anfangszeit  (1. Phase)

Bei Walther von Loewenich kann man den sehr bemerkenswerten Satz lesen: „Die Kirche hat immer die Ketzer, die sie verdient.“[2] Verallgemeinern wir diesen Satz, so können wir sagen: Für die Entstehung jeder religiösen Sondergruppe gibt es ganz bestimmte Ursachen. Jede Reformation ist – bewusst oder unbewusst – Anklage gegen einen bestimmten Missstand. Ähnlich verhält es sich mit den Absplitterungen. Sonderlehren entstehen, wenn ein bestimmter Bereich im Lehrgebäude vernachlässigt oder neue Erkenntnisse abgelehnt werden.

 

Die Ursachen ihrer Entstehung fasse ich summarisch zusammen:

  1. Ursache: dogmatische Erstarrung
  2. Ursache: unterschiedliche Lehrmeinungen
  3. Ursache: persönliche Differenzen

 

Man kann durchaus das Urchristentum als Protest gegen die Form der jüdischen Religion zur Zeit Jesu auffassen. Es ist müßig zu fragen, was mit der jüdischen Religion geschehen wäre, wenn die Juden Jesus als Messias anerkannt hätten.  Die Schreiber des AT scheinen das aber als den normalen Weg der Entwicklung angesehen zu haben. Sogar die Urapostel haben lange nicht gemerkt, dass sie halfen, eine neue Religion zu begründen. Nicht das Auftreten Jesu ist der Beginn der neuen, christlichen Religion, sondern die Tatsache der Nichtanerkennung Jesu als Messias durch die Juden ist die entscheidende Wegscheide. Von da an beginnt die Weggabelung, entwickeln sich zwei deutlich unterscheidbare Religionen. Vom Judentum her gesehen ist das junge Christentum eine Absplitterung, eine Sonderbewegung. Und viele der jungen Christen sahen es ähnlich, versuchten sie doch, möglichst viel vom hergebrachten Glaubensgut in ihr neues Lehrgebäude mit hinüber zu retten.

 

Das Urchristentum entpuppt sich also bei einer solchen historischen Betrachtungsweise als neue religiöse Sonderbewegung. Man könnte natürlich auch von anderen Sondergruppen sprechen, die in den ersten Jahrhunderten nach Chr. entstanden sind, etwa den Valentinianern, den Basilidianern, den Montanisten, den Marcionisten, den Donatisten usw. – aber die Kenntnisse über das Urchristentum sind so allgemein verbreitet, dass es mir deshalb vernünftig erscheint, an dieser Bewegung einige typische Merkmale aufzuzeigen.

 

  • Die urchristliche Gemeinde lebte von einer starken Parusieerwartung. Noch im sog. 1. Clemensbrief (etwa 95/99 n. Chr.) heißt der Anfang: „Die Kirche (Gemeinde) Gottes, die in Korinth zu Gast ist.“ Man fühlte sich in der Fremde, man war nur zu Gast. Wozu brauchte man dann großartige Gotteshäuser? Wozu Rücksichtnahme auf den Staat, die „Welt“? Wozu ausgebildete Prediger? – Diese und ähnliche Fragen wurden beantwortet im Hinblick auf die nahe bevorstehende Wiederkunft des Herrn.
  • Die urchristliche Gemeinde war die Stätte für das Wehen des göttlichen Geistes. Heinz-Dietrich Wendland hat in einem bedeutsamen Aufsatz zu diesem Fragenkreis Stellung genommen. „Das Pneuma ist der Geist der Kirche, der Gemeinde, altkirchlich geredet: mater ecclesiae. Er ist dem endzeitlichen Volk Gottes, dem „Leib Christi“ gegeben. Die ekklesia wird jedoch konkret als die im Gottesdienst sich versammelnde Gemeinde. Alles, was in diesem geschieht, geschieht „im Geist“: Gebet, Hymnus, Prophetie, Glossolalie, Offenbarungsrede; alles Leben und Tun der Gemeinde: Mission, Dienst der Apostel, alle diakonía schlechthin bis zur Verwaltung-, dies alles wird vollzogen „im Geist“ und beruht auf der Wirksamkeit der Charismen.“[3] Diese Geistesgaben werden bei Paulus genau aufgezählt und sind uns bekannt.
  • Die urchristliche Gemeinde wurde stärkstens geformt durch eine Reihe von Visionen. Die Jünger sahen Jesus als den Auferstandenen. Dadurch war es ihnen möglich, Jesus trotz seines Kreuzestodes als Messias zu verkündigen. Die Anfänge der Christologie bilden sich. Spätere Visionen beziehen sich auf konkrete Gemeindebelange (Vision bezügl. der Speisegebote, Vision bezügl. bestimmter Missionsunternehmungen etc.).
  • Die urchristliche Gemeinde zeigt ein starkes Missionierungsbedürfnis. Dieser Zug ist so typisch, so auffallend, so allgemein bekannt, dass ich mir nähere Ausführungen darüber ersparen kann.
  • Aber noch ein anderer Punkt scheint mir der Beachtung wert. In jeder religiösen Bewegung gibt es von Anfang an Kräfte, die bestimmte Einzellehren, manchmal sogar abwegige Sonderlehren, besonders betonen. Paulus muss sich an verschiedenen Stellen seiner Briefe mit diesen Gruppen auseinandersetzen, und er geht dabei oft nicht sehr zimperlich mit ihnen um. Aber nicht in jedem Fall scheint ihm Erfolg beschieden zu sein.

 

Nach der Aufzählung dieser fünf Merkmale einer christlichen Bewegung in der ersten Phase (Parusieerwartung, Geistesleitung, Visionen, Missionseifer, Sonderlehren) – die durchaus nicht vollzählig ist – will ich kurz die zweite Phase streifen.

 

2.  Der Umbruch      (2. Phase)

Wann diese Phase der Entwicklung einsetzt, ist nicht bei allen Gruppen gleich. Gewöhnlich aber vergehen 60 – 80 Jahre. Dann setzt die große Ernüchterung ein. Die Geistesleitung schwindet. Die Gefahr der Auflösung wird besonders stark. Die ursprüngliche Lehre muss sich wehren gegen Einflüsse von außen. Das Forschen hat aufgehört, neue Erkenntnisse werden mit Misstrauen beobachtet. Man will das einmal Gewonnene bewahren. Die Orthodoxie beginnt ihr Haupt zu erheben. Ein Lehrgebäude hat sich gebildet und gefestigt. Die Tradition setzt ein. Man beginnt, sich hier in der Welt einzurichten. Die Stellung zum Staat, zur Kultur und damit zur Gesellschaft wird neu durchdacht. Die drängende Eschatologie beginnt zu verblassen. Die visionären Ratschläge sind verschwunden. Die Organisation wird ausgebaut und z. T. in entscheidenden Punkten verändert. So wird z. B. im Urchristentum um die erste Jahrhundertwende die kollegiale Gemeindeleitung abgeschafft. Lietzmann schreibt dazu: „Klar ist lediglich, dass um die erste Jahrhundertwende in Antiochia und einigen größeren Städten Kleinasiens die Vielköpfigkeit der Führung abgeschafft und die volle Macht auf einen einzelnen Episkopos übertragen worden ist. Das Kollegium der Presbyter wurde zu einer beratenden, aber doch ihm untergeordneten Behörde, und auch die Diakone blieben als eine Mehrzahl bestehen, die kraft ihrer karitativen Funktion besonders eng mit der Person des Bischofs verbunden war. Fragt man nach dem Grund der Veränderung, so dürfte die einfachste Antwort wohl auch die zutreffendste sein: man erkannte, dass in schwierigen Zeiten … die Zusammenfassung der Macht in einer Hand die sicherste Gewähr für gute Führung liefert, und man handelte nach dieser Einsicht. Der Erfolg empfahl den Schritt auch anderswo, und so breitete sich der monarchische Episkopat allmählich über die ganze Kirche aus. …“[4]

 

3.   Das zweite Jahrhundert     ( 3. Phase)

Mit Recht verweisen verschiedene Historiker darauf, dass neben der Gründungsepoche gerade das zweite Jahrhundert die entscheidende Zeitspanne für die Entwicklung einer religiösen Bewegung sei. Spätestens in dieser Phase zeigt es sich, ob die Bewegung Bestand haben wird oder nicht. Was sich in der Phase des Umbruchs nur andeutet, gewinnt jetzt Gestalt. Die Züge treten deutlicher hervor.

 

Bevor Konstantin den Montanismus verboten hatte, war diese religiöse Bewegung ein deutliches Spiegelbild der christlichen Gemeinde des 2. Jahrhunderts. Die das ganze Leben der Gläubigen durchtränkende Erwartung der Wiederkunft des Herrn, wie wir sie in der ersten Phase feststellen konnten, macht einer ruhigeren Betrachtung Platz. Das Feuer der ersten Liebe ist erloschen. Die feste Ordnung des Amtes ersetzt die freie Leitung des Geistes. Der Amtsträger wird höchste Lehrautorität. Eine deutliche Scheidung zwischen Klerus und Laien lässt sich nachweisen. An die Stelle der „geistlichen Gaben“ tritt der geistliche Stand. Es werden Kompromisse mit der Welt geschlossen. „Das sittliche Leben fällt aus dem Zusammenhang  mit dem religiösen heraus und gewinnt in dieser seiner Isolierung sofort krass moralistische Züge.“[5] Die ursprünglichen Maßstäbe werden aufgeweicht. Man überdeckt das freilich – z. T. auch mit Erfolg – durch ein juristisch geprägtes Denken, aber „ alle Kasuistik neigt zu Kompromissen. Man lässt mit sich handeln über die Schwere des Falles.“[6]

 

Diese laxeren Maßstäbe hängen eng zusammen mit einer anderen Tatsache. Im zweiten Jahrhundert sind es nicht mehr nur die unteren Schichten der Bevölkerung, die sich der Gemeinde anschließen. Die Reichen, die Adligen, die Gebildeten erlangen starken Einfluss. Damit verfestigt sich ein ganz wesentlicher Zug: das Eindringen außerbiblischen Geistes. Die naiv-primitive Vorstellungswelt der Wanderpredigerzeit wird abgelöst durch theologische Begriffsbestimmungen. „Die erste christliche Literatur … ist naiv, praktisch, erbaulich oder noch charismatisch vom Geist getrieben.“[7] Im zweiten Jahrhundert aber beginnt man auch  für „die Welt“ zu schreiben, man will seinen Glauben verteidigen. Und die ersten Apologeten sind dann auch die ersten Theologen. Sie reflektieren über die Offenbarung, sie betreiben eben Theologie. Ohne die immer stärker werdende Einflussnahme der Gebildeten wäre das wohl nicht möglich wesen.

 

4.  Das Ende       (4. Phase)

Im zweiten Jahrhundert entscheidet sich das Schicksal fast jeder christlichen Sonderbewegung. Manchmal früher, manchmal später, aber die Bewegung hört als Bewegung auf. Für das Ende lassen sich m. E. drei Möglichkeiten unterscheiden:

a)    Die religiöse Bewegung wird säkularisiert.

b)   Die religiöse Bewegung löst sich auf.

c)    Die religiöse Bewegung wird zur Kirche.

Die zweite Möglichkeit ist durchaus die häufigste. Die vielen, vielen Sonderbewegungen, die wir im Verlauf der christlichen KG beobachten können, sind fast alle nach relativ kurzer Lebensdauer verschwunden. Die meisten haben das zweite Jahrhundert nicht vollendet. Das hängt oft damit zusammen, dass viele Systeme zu stark an die Person des Gründers der Bewegung gebunden waren. Einige Jahrzehnte nach seinem Tod verschwindet dann regelmäßig die Schar seiner Anhänger. Manchmal versucht man dieses Schicksal aufzuhalten, indem  eine starke Verweltlichung einsetzt. Dieser Säkularisierungsprozess hat in der Regel nicht viel geholfen, sondern lediglich das unabwendbare Schicksal etwas verzögert.

 

Die einzig reelle Chance, die uns die KG zeigt, den Bestand einer religiösen Bewegung zu sichern, ist die Verkirchlichung. Keine religiöse Bewegung aus dem Altertum und aus dem MA hat sich bis in die Gegenwart halten können, ausgenommen die verschiedenen Großkirchen. Die einzelnen Gemeinschaften des 19. Jahrhunderts stehen in einer ähnlichen Lage  wie die Gemeinschaft der STA. Einige zeigen schon stark kirchliche Züge, wenngleich die Gefahren gesehen werden. Ich greife aus der Vielfalt der Stimmen die der uns vielleicht am nahesten stehende Gemeinde heraus, nämlich die der Baptisten. In einer Selbstdarstellung heißt es: „Das Gespenst der Verkirchlichung taucht für uns auf, wo immer es um juristische Anerkennung geht, sie sei staatlicher, kirchlicher oder innerkirchlicher Art. Die staatliche Anerkennung als Körperschaft des öffentlichen Rechts wurde nur mit großer Sorge und manchem Schwanken nachgesucht und angenommen. Die landeskirchliche Anerkennung als Freikirche – an Stelle unserer Kennzeichnung als Sekte – sich auswirkend im Zusammensitzen in der „Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in Deutschland“ und in der Teilnahme an ökumenischen Tagungen, wird von vielen von uns teils abgelehnt, teils mit Besorgnis beobachtet. – Die kirchliche Anerkennung wird noch mehr gefürchtet als die staatliche … Innerhalb unseres eigenen Raumes – ich nannte es innerkirchliche Anerkennung – entsteht diese doppelte Besorgnis überall dort, wo sich so etwas wie ein Kirchenregiment anbahnt, wo man sich aufs Gewohnheitsrecht beruft, wo man auf demokratisches Wahlverfahren pocht, wo man seinen Dienst als „Amt“ auffasst, … nach Satzungen entscheiden möchte, wo immer Autorität geltend gemacht wird, … wo sich übergemeindliche Dienstträger behördlich gebärden …“[8]

 

Dieses Zeugnis zeigt überdeutlich, in welcher Phase der Entwicklung sich die christlichen Sekten des 19. Jahrhundert befinden. So offen, wie es die Baptisten hier aussprechen, findet man es nicht oft, aber die gleichen Tendenzen lassen sich doch wohl unschwer bei vielen dieser Sondergruppen nachweisen. Wir bilden da keine Ausnahme.

 

II  Der adventistische Kontext

 

Die verschiedenen Parallelen sind offensichtlich. Hier für uns ein Sonderstatut einzufordern, ist faktisch nicht möglich. Es wird zwar immer wieder versucht. So sehr ich den Kollegen George Knight schätze, an dieser Stelle kann ich ihm nicht folgen. Er hat sich anlässlich einer Predigertagung auf der Marienhöhe in einem Referat sinngemäß wie folgt geäußert (der genaue Wortlaut liegt mir nicht vor, aber ich war selbst zugegen): ‚Es gibt eine Vielzahl von identischen Entwicklungen sowohl in der frühen Kirche als auch in der Adventgemeinde. Aber da wir Gottes besonderes Volk sind, unterliegen wir nicht den Gesetzmäßigkeiten der Kirchengeschichte.’ Die Fakten widerlegen ihn – so habe ich jedenfalls den Eindruck.

 

Ich will das kurz begründen:

  • Wie steht es mit der Parusieerwartung? Wir alle haben uns in dieser Welt fest eingerichtet. Erich Grässer schreibt in seiner Studie Die Naherwartung Jesu:
    “Es kann einer nicht zehn Jahre und mehr auf einem Bahnsteig sitzen und ständig fiebernd die Ankunft des Zuges für die nächste Minute erwarten, wenn nie einer kommt. Sehr bald wird er merken, dass auf dieser Strecke überhaupt keine Züge mehr verkehren. Und tatsächlich liefern wir alle durch unser tägliches Verhalten den Beweis, dass wir die baldige Wiederkunft Christi nicht erwarten. Wenn wir eine Berufsausbildung planen, Familien gründen, unsere Gesundheit pflegen, damit wir lange leben, so leitet uns dabei nicht das Gefühl, dass vielleicht morgen schon die ganze Weltbühne abgeräumt werden könnte, sondern im Gegenteil die Gewissheit, dass die Geschichte stabil ist und nicht aufhören wird Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht. Das einzige sichere Ende, mit dem wir rechnen, auch als mit einer vorzeitigen Möglichkeit rechnen, ist unser Tod. Kurz: Die Naherwartung bestimmt nicht mehr unser praktisches Verhalten. Wir schleppen allenfalls noch die Vorstellung davon mit.“[9] (Stuttgarter Bibelstudien, Bd.61, S.134f.) Ich denke, dass hier die Realität vieler Adventisten beschrieben wird.
  • Die Geistesleitung. Gemeint ist im Urchristentum die direkte Geistesleitung durch die verschiedenen charismata. Bei uns geschieht das heute durch Texte. Ein gravierender Unterschied. Wir haben inzwischen ein ausgefeiltes Regelwerk für unsere Kirche weltweit entwickelt (Gemeindehandbuch, Working Policy). Ein Pneumatiker der Pionierzeit würde jeden Ausschuss heute in höchste Verlegenheit bringen.
  • Visionen. Das letzte Mal hatten wir in Deutschland Probleme damit in Hamburg. Die vier Visionäre entpuppten sich als Kriminelle. Jetzt sind wir wahrscheinlich froh, dass wir von diesem Phänomen verschont sind. Wie sollten denn zum Beispiel unsere Ausschüsse reagieren, die es gewohnt sind nach Agenda und Richtlinien zu entscheiden, und da würden plötzlich Anträge gestellt, die auf eine Vision zurückgehen. Kaum auszudenken.
  • Missionseifer. Muss ich hier erläutern, dass wir im 2. Jahrhundert sind? Natürlich, es gibt hier und da optimistisch stimmende Aufbrüche, aber die Grundverfassung vieler Adventisten entspricht der des 2. Jahrhunderts.

Hier sollte ich eine Zwischenbemerkung machen. Wenn ich diese eher negativ zu bewertenden Bemerkungen mache, darf man nicht außer acht lassen, dass ich hier nur von Deutschland spreche. Wir könnten vielleicht auch Mitteleuropa sagen, aber entscheidend ist der Hinweis, dass es in Afrika, in Südamerika, in Asien in diesen Fragen völlig anders aussieht. Hier gibt es noch den Missionseifer – bis hin zum Martyrium! Aber das sind eben Länder, in denen sich der Adventismus noch im 1. Jahrhundert befindet. Vor 100 Jahren sind auch deutsche Adventisten lieber ins Gefängnis gegangen, als nur einen Deut von der Wahrheit zu weichen. Ich mache diese Zwischenbemerkung, damit keine Missverständnisse auftreten.

 

Wir haben also festgestellt, dass sich unsere Freikirche hier in Deutschland auf fast allen Gebieten so verhält, wie man es von einer christlichen Bewegung in ihrem 2. Jahrhundert erwarten kann. Wir bilden keine Ausnahme. Wenn darin Konsens herrscht, darf weitergefragt werden: Wenn wir uns also bezogen auf die Vergangenheit typisch verhalten haben, können wir dann im Blick auf die Zukunft verlässliche Schlüsse ziehen? Oder einfacher gefragt: Können wir aus der Geschichte lernen?

 

III Das Dilemma unserer Weltkirche

 

Um richtig zu verstehen, was im Augenblick hier bei uns in Deutschland abläuft, müssen wir einen Blick auf bestimmte Entwicklungen im Weltfeld werfen. Ich gehe dabei davon aus, dass wir eingesehen haben, dass die weitere Entwicklung unserer Kirche in eine bestimmte Richtung laufen wird. Wenn die Regeln der Kirchengeschichte auch für uns gelten, dann stehe wir nicht vor der Frage, ob wir eine Kirche werden wollen, sondern vor der Frage, welche Art von Kirche wollen wir werden.

 

In den USA ist das formal kaum ein Thema. Sie kennen den Unterschied zwischen Sekte und Kirche nicht. Dort sind wir eine Kirche, und wenn ich bestimmte Verlautbarungen richtig deute, dann ist der Kampf zwischen den beiden Möglichkeiten einer adventistischen Kirchenverfassung längst entbrannt. Es geht dabei um zwei Grundtypen: die zentralistische Variante und die föderalistische Verfassungsform.

Welchen Weg will nun unsere Gemeinschaftsleitung gehen? Bis jetzt hat sie sich alle Optionen offen gehalten. Aber es kann nicht mehr lange dauern, und die Umstände werden die Leitung zwingen, einen Weg zu favorisieren. Unüberhörbar ist das Stöhnen geworden: Wie kommen wir mit der zunehmenden Pluralität der Kulturen zurecht? Wie schaffen wir es, die unterschiedlichen Tempi des Wachstums auszugleichen? Wird es uns gelingen, ein einheitliches Bekenntnis zu bewahren?

 

Weltweit verzeichnen wir ein erstaunliches zahlenmäßiges Wachstum bei gleichzeitig starker Verjüngung der Mitglieder. Ausgenommen davon sind die adventistischen Ursprungsländer: USA und Europa. Der Schwerpunkt der Adventgemeinde verlagert sich – und das nicht nur geografisch. Da die Finanzmittel aber weit gehend noch von den Kernländern  aufgebracht werden, hat z. B. Ulrich Frikart in einem Referat 2004 in Friedensau von einer neuen Form der weltweiten Zusammenarbeit gesprochen. Er nannte es  „differenzierte Loyalität“. Wann fangen wir an, daraus Konsequenzen zu ziehen?

 

Wenn wir einen kurzen Blick auf die uns bevorstehenden Veränderungen werfen, werden wir schnell einsehen, dass rasches Handeln angesagt ist.

  1. Die Gliederzahl unserer Kirche wird bis 2020 auf rund 50 Mill. gestiegen sein.
  2. Bei der Verteilung auf die einzelnen Kontinente ergibt sich folgendes: 2005 betrug der Anteil Asiens an der Gesamtgliederzahl 20,97%. 2020 steigt er auf 23,57%. Für Afrika sind die Zahlen: 35,54% zu 38,67%. Für die USA: 6,68% zu 3,81% und für Europa: 2,64% zu 1,50%. Das bedeutet: Während der Anteil für viele Gebiete der Erde kontinuierlich steigt, halbiert er sich für Europa und die USA. Anders formuliert: Während 1985 noch 15% der Adventisten in den USA lebten, werden es 2020 nur noch 4% sein.
  3. Dramatisch wird sich auch die Finanzlage der Weltkirche entwickeln. Immer mehr Geld fließt in privat organisierte Projekte. Für 2002 z. B. wurden für die Weltkirche 60.4 Mill. $ gespendet und für die unabhängigen Dienste 97 Mill. $, wobei z. B. ASI mit 37% den größten Teil davon verwaltet.

 

Viele Anzeichen deuten auf eine bevorstehende Veränderung in fast allen Bereichen hin – und die Strukturveränderungen werden einen nicht geringen Zeit- und Kraftaufwand erfordern.  Die Weltkirchenleitung etablierte in den letzten Jahren mehrere Kommissionen mit dem Ziel einer Verwaltungsreform. Im Herbst 2005 wurde sogar eine permanent tagende Kommission gebildet – ein Auftrag der GK-Sitzung vom Sommer 2005. In der Begründung durch Jan Paulsen wird auf das schnelle Wachstum hingewiesen, und dann fordert er, dass ein besserer, effektiverer und effizienter Weg gefunden werden müsse, wie die Kirche arbeitet.[10]

 

Welchen Weg haben wir in dieser Frage hinter uns?

Robert Folkenberg wollte in Utrecht 1995 die Stellung des Präsidenten stärken.  Aus dem primus inter pares sollte ein „erstrangiges Vorstandsmitglied (first officer)“[11] werden. Man hatte aus den Ereignissen der letzten Jahre offensichtlich einige Schlussfolgerungen gezogen. So wollte man nicht mehr bei erneutem Auftreten von unterschiedlichen Lehrmeinungen einen Riesenaufwand betreiben wie in Glacier View im Fall Desmond Ford. Die Tendenz des Vorschlags von Folkenberg ging also eindeutig in Richtung Zentralisierung. Noch war kein Papst in Sicht, aber sein Schatten war zu ahnen. Deshalb war der Widerstand auch innerhalb der GK-Verwaltung erheblich, letztlich aber vergeblich. Der Antrag wurde angenommen.

 

Auf dieser Konferenz gab es auch ein Gegenbeispiel. Es war der Antrag der Nordamerikanischen Division zur Frage der Frauenordination. Der Antrag ließ eigentlich alle Möglichkeiten offen: „Wenn es die Umstände nicht als unratsam erscheinen lassen, kann eine Division die Einsegnung qualifizierter Personen ohne Rücksicht auf ihr Geschlecht autorisieren.“[12] Dieser Antrag wurde mit einer Mehrheit von 69% abgelehnt. Aber es zeigte sich bei dieser Abstimmung überdeutlich, dass die zahlenmäßige Gewichtung zu sehr einseitiger Meinungsbildung führte. „Zu jener Zeit gab es 11 Weltdivisionen der Generalkonferenz … 4 der 11 Divisionen (Afrika-Indien-Ozeanien, Ostafrika, Zentralamerika, Südamerika) waren mit 1.126 Delegierten vertreten, etwas mehr als jene aus den anderen Divisionen zusammen genommen. Die kulturelle Ausrichtung dieser vier Divisionen, besonders ihre Vorstellung von der Rolle der Frau in Familie, Gesellschaft und Gemeinde steht bekannterweise  der Einsegnung von Frauen genau entgegen. … Diese vier Divisionen, die gegen eine Autonomie der Divisionen in der Frage der Einsegnung der Frau stimmten, haben sicherlich ein Recht auf ihre kulturellen Vorlieben und darauf, die Rolle der Frauen innerhalb ihrer jeweiligen Division zu bestimmen. Und der nordamerikanische Vorschlag garantierte ihnen vollständige Autorität, um die Angelegenheit für sich zu entscheiden. Aber gibt ihnen ihre praktische Kontrolle der Generalkonferenz das Recht, ihre kulturellen Vorlieben der ganzen Weltgemeinde aufzudrängen? Sie waren offensichtlich nicht bereit, den anderen Divisionen das gleiche Recht auf Selbstbestimmung zu gewähren, das sie für sich selbst in Anspruch nahmen.“[13]

 

Ich habe das Thema der Frauenordination deshalb etwas ausführlicher behandelt, weil in diesem Zusammenhang zwei wichtige Begriffe gefallen sind: Kontrolle der Generalkonferenz – gemeint ist hier die Vollversammlung – und das Recht auf Selbstbestimmung. Allerdings haben die beiden Beispiel aus Utrecht auch gezeigt, dass die Gemeinschaftsleitung in zwei entgegen gesetzte Richtungen argumentiert. Folkenbergs Antrag ging in Richtung Zentralisierung und der Antrag der Nordamerikanischen Division ging in Richtung Selbstbestimmung – lat. Kongregationalismus.

 

Schon allein dieser Terminus versetzt einige Führungskräfte unserer Kirche in helle Aufregung. Sie gehen davon aus, dass es möglich sein wird, unsere Kirche trotz des gewaltigen Wachstums weiter so zu führen, wie wir das über rund 150 Jahre geschafft haben. Ihre Vorstellung gipfelt in einer einheitlichen Weltkirche, die ohne zentralistische Gefährdungen auskommen wird. Dieser optimistischen Erwartung kann ich aus rein faktischen Gründen nicht zustimmen.

 

Für mich als Kirchenhistoriker gibt es eigentlich nur eine mögliche Richtung, in der die Gemeinschaftsleitung denken und handeln sollte. Die zentralistische Variante mündet in eine wie auch immer ausgestaltete „Papstkirche“. Das ist zwar eine bewährte Möglichkeit, aber wohl nicht die von uns zu favorisierende. Ich plädiere für eine adventistisch geprägte Variante des „Kongregationalismus“. Was heißt das konkret?

 

Die Formulierung „adventistische Variante des Kongregationalismus“  ist zu undeutlich und daher missverständlich ist. Der Begriff Kongregationalismus in seinem ursprünglichen Sinn signalisiert die völlige Zerschlagung der bestehenden Struktur, in diesem Fall die Auflösung der Organisation der adventistischen Weltgemeinde und die Verlagerung aller Kompetenzen an die Ortsgemeinde. Genau das aber wird von mir nicht vorgeschlagen. Deshalb habe ich im Text das Wort Kongregationalismus in Anführungszeichen gesetzt. Es ist eben nicht der übliche kirchenhistorische Bedeutungsinhalt gemeint, sondern es geht um etwas Neues. Dazu wäre es wohl am besten, wenn wir für das, was ich vorschlage, auch einen neuen Begriff fänden. Die Formulierung „adventistische Variante des Kongregationalismus“ ist offensichtlich als Abgrenzung zu schwach. Deshalb schlage ich den Begriff Unionismus vor. Wer etwas Latein kann oder im Wörterbuch nachschlägt, wird z. B. folgendes finden: unio = vereinigen[14] und noch deutlicher im Fremdwörter-Duden: „Union = Bund, Vereinigung, Verbindung (bes. von Staaten und von Kirchen mit verwandten Bekenntnissen)“[15] Genau das ist gemeint: Die feste Vereinigung einer bestimmten Anzahl eng verwandter Kirchen. Ob sich der Begriff Unionismus als terminus technikus in unserer Kirche durchsetzen wird, ist eine offene Frage.

 

Wer sind denn nun aber die „Kirchen mit verwandten Bekenntnissen“? Um die Papstkirche zu verhindern, sollte an der Verwaltungsspitze der weltweiten Adventgemeinde eine neue Form der Generalkonferenz stehen, die ich den Weltbund Adventistischer Kirchen (WAK) nennen würde. Dieser Zusammenschluss der einzelnen Mitgliedskirchen hätte deutlich andere Aufgaben als die jetzige Generalkonferenz. Sie würde – wie bisher – Mittel und Personal im Rahmen der Bedürfnisse des Weltfeldes steuern, hätte aber wesentlich weniger Kompetenzen im Umgang mit den einzelnen Mitgliedskirchen. Voraussetzung für diese neue Form der Verwaltungsspitze wäre:

Die einzelnen Divisionen bilden selbstständige Verwaltungseinheiten. Wie viele es in Zukunft sein müssten, kann ich nicht abschätzen. Ich gehe davon aus, dass es in Zukunft eine selbstständige Adventistische Kirche in Europa, eine in Nordamerika, eine in Asien, eine in Afrika etc. geben wird. Über die Kompetenzen einer solchen selbstständigen „Europäischen Adventistischen Kirche“ müsste verhandelt werden. Das aber ist heute nicht mein Thema.

 

Wie wir das Dilemma lösen werden, kann ich nicht voraussagen. Aber dass wir es bald lösen müssen, ist offensichtlich. Für mich deuten viele Anzeichen leider eher in Richtung zentralistische Variante als in Richtung föderalistische Verfassung. Das kann man zum Beispiel am Machtzuwachs des BRI ablesen. Der Leiter ist seit 2010 gleichzeitig Vizepräsident der Generalkonferenz. Das bedeutet, dass dieses Institut jetzt direkt mit der GK verbunden ist, der Präsident also direkten Zugriff hat. Hier drängt sich dem Kirchenhistoriker der Vergleich mit der Glaubenskongregation der röm.-kath. Kirche auf.

 

Wir haben die Frage der Organisation im „Quo vadis Papier“ nur am Rande angeschnitten, aber schon dabei hat sich gezeigt, wie brisant das Thema ist. Wenn der lutherisch geprägte Zweig des Adventismus in der Weltkirche weiterhin einen Platz haben soll, dann ist es zwingend, dass Deutschland endlich mit einer Stimme spricht. Nur dann könnte es sein, dass wir noch Gehör finden. Bei zwei Verbänden, die sich meist gegenseitig behindern, verhallt die theologische Stimme Deutschlands. Wie wichtig schon einfache Erklärungen sind, konnte ich bei meinem kleinen Aufsatz im spectrum erleben. Viele Leser in den USA bedankten sich dafür, dass sie ein paar Informationen erhielten, warum wir deutschen Adventisten manchmal anders reagieren als der Rest der Welt.

 

 

 

 

IV  Schlussfolgerungen für Deutschland

 

Wir haben nun die meisten Informationen, die wir benötigen, um Schlussfolgerungen für die Adventgemeinden in Deutschland zu ziehen. Im Rückblick haben wir gesehen, dass unsere Gemeinschaft von einer kleinen Sekte sich entwickelt hat zur jetzigen Form einer Freikirche. Die Kirchengeschichte lehrt uns, dass der Weg in die Zukunft wohl bei einer Art Kirche enden wird. Welche Verfassungsform sich diese Kirche geben wird, ist im Augenblick noch unklar. Zwar zeichnen sich schon einzelne Konturen ab, aber wir müssen abwarten.

 

Der Streit um das Quo vadis Papier war wohl auch deshalb so heftig, weil niemand die historischen Hintergründe erläutert hat. Hier zeigt sich offensichtlich ein echtes Dilemma. Viele argumentierten ausschließlich theologisch. Wer Kirche sagt, meint >Babylon<. Ich argumentiere historisch. Wer Kirche sagt, meint Zukunft. Nur Kirchen überleben ihr 2. Jahrhundert. Dieser Unterschied scheint manchen negativen Bewertungen des Quo vadis Papiers zugrunde zu liegen Theologisch argumentierende Adventisten können ihren Anti-Kirchen-Komplex weiter pflegen, da sie die altadventistische Deutung des Begriffs >Babylon< auf ihrer Seite haben. Aber sie müssen sich fragen lassen, wie sie sich den realen Weg in die Zukunft vorstellen. Ich habe manchmal den Eindruck, dass diese Glaubensgeschwister lieber den Weg zurück in die Sektenmentalität gehen würden, als sich den historischen Veränderungen zu stellen.

 

Ich wiederhole: Ich argumentiere in diesem Referat historisch. Von daher müsste zum Beispiel die Deutung des Begriffs >Babylon< überarbeitet werden. Aber das ist hier nicht mein Thema. Ich werde im folgenden einzelne Stichworte erläutern, die mit unserem Weg in die Zukunft zu tun haben. Dabei schwingt die Frage mit, ob wir bereit sind, aus der Geschichte zu lernen. Welche Verfassungsform sich unsere Kirche global geben wird, ist hier nicht weiter zu erörtern. Ich habe einen Vorschlag gemacht, den ich übrigens auch Jan Paulsen bei einer passenden Gelegenheit als Freizeitlektüre mitgegeben habe.

 

  • Es fängt schon bei den diversen Namensgebungen an. Das ist zwar etwas sehr Äußerliches, aber es symbolisiert eine Haltung. So nennen sich die meisten adventistischen Geistlichen in Deutschland nicht mehr Prediger – wie bisher – sondern auf ihren Visitenkarten steht Pastor. In diese Überlegungen gehört die Bezeichnung unserer Dienststellen und Funktionsträger. Hühnerzüchter haben einen Verband; niemand kommt auf die Idee, dass ein Verbandsvorsteher die Bezeichnung für ein geistliches Amt ist. Anlässlich eines Konzerts wurde der Sprecher – ein Vereinigungsvorsteher – eingeführt mit den Worten: „Herr N.N. ist bei uns so etwas wie bei ihnen ein Bischof.“ Erschrockenes Schmunzeln nur bei den adventistischen Zuhörern. Die nicht-adventistischen Zuhörer wussten jetzt nachvollziehbar, wen sie vor sich hatten.
  • Schon nicht mehr ganz so äußerlich ist die Gestaltung unserer Gottesdiensthäuser. Auf der ganzen Welt sind adventistische Kapellen als solche zu erkennen, und es gibt wunderschöne Kirchengebäude im Ausland. Nur wir verstecken uns immer noch am liebsten hinter Wohnhausfassaden oder bauen Gemeindehäuser, die von weitem kaum von einem Getränkemarkt zu unterscheiden sind.
  • Es wird Zeit, dass wir uns ein Glaubensbekenntnis erarbeiten. Diese Forderung hat, wenn ich einer Meldung von EANN vertrauen kann – in diesem Sommer Dr. Hartlapp erhoben. Kein Theologe, sondern der Lehrstuhlinhaber für Kirchengeschichte. Wir haben nicht darüber gesprochen, aber ich nehme an, dass auch er die >Zeichen der Zeit< erkannt hat. Ein Glaubensbekenntnis ist etwas anderes als unsere 28 Glaubensaussagen. Ein Glaubensbekenntnis ist wesentlich kürzer und könnte im Gottesdienst von der Gemeinde gesprochen – also bekannt werden. Damit bin ich aber schon beim nächsten Punkt.
  • Jede Kirche kennt so etwas wie eine Liturgie. Hinter diesem Wort verbirgt sich eine umfassende Reform unserer Gottesdienste. Hier ist nicht der Ort, um konkrete Vorschläge zu machen, aber meine Beobachtungen anlässlich verschiedener >Sondergottesdienste< lassen erkennen, dass sich hier schon einiges bewegt. Aber das sollte nicht dem Gutdünken oder der Fantasie Einzelner überlassen bleiben, sondern hier müsste die Kirchenleitung eingreifen und entsprechende Aufträge erteilen.
  • Zur jeder Liturgie gehören bestimmte Personen, hier z. B. der Liturg. Damit sind wir bei den Mitarbeitern einer Kirche. Von den Geistlichen erwarten wir einen ganz bestimmten Ausbildungsstand. Einen echten Glücksfall haben wir hier in Deutschland mit unserer Theologischen Hochschule in Friedensau. Die Kirchenleitung kann festlegen, ab welchem Grad der Ausbildung Pastoren eingestellt werden. Neben die hauptamtlichen Geistlichen treten die Mitarbeiter, die keine Ausbildung als Pastoren haben, sondern sich für spezielle Dienste haben ausbilden lassen. Die gebräuchliche Bezeichnung ist der Diakon, hier aber nicht ehrenamtlich, sondern als hauptamtlicher Mitarbeiter. Erste Ansätze sind bei uns schon sichtbar. So kennen wir speziell ausgebildete Mitarbeiter für die Jugendarbeit, als Eheberater, für die Suchtgefährdeten, für den Gesundheitsdienst, und so könnte es welche geben für die Altenarbeit, für Fragen der Immigration und ähnliches. Sie alle benötigen keine abgeschlossene theologische Ausbildung, sind dann aber natürlich auch nicht für Amtshandlungen etc. vorgesehen.
  • Jede Kirche strebt nach einem klaren Profil. Das sollte aber nicht darin bestehen, dass wir kuriose Sonderlehren verbreiten. So ist – als Beispiel - das von uns als Kirche vertretene Gesundheitskonzept so modern wie schon lange nicht. Das ganzheitliche Prinzip wird vielerorts vertreten. Aber es wird manchmal konterkariert durch spezielle Ernährungsratschläge, zum Beispiel durch die Forderung mancher Gemeindemitglieder nach veganer Ernährung. Oder ein weiteres Beispiel zum Stichwort „Sonderlehren“: Kürzlich hörte ich sechs Vorträge zum Thema >Heiligtum<. Dabei wurde mir klar, dass es so etwas gibt wie eine >Lehre vom Heiligtum< und zusätzlich unsere >Heiligtumslehre<. Vielleicht ist es an der Zeit, sich hier von rein historischen Vorgängen dogmatisch zu trennen.
  • In der Diskussion um das Quo vadis Papier hat es zum Teil heftige Angriffe gegen bestimmte Formulierung in Bezug auf unsere Organisationsstruktur in Deutschland gegeben. Ich will die Einzelheiten hier nicht wiederholen, aber es liegt doch auf der Hand, dass eine Kirche in einem bestimmten geografischen Bereich am besten mit einer Stimme spricht und das zeitnah. Die Katholiken haben den Vorsitzenden der Bischofskonferenz und die Evangelischen ihren Ratsvorsitzenden. Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland hält Ausschau nach ihrem >Erzbischof<! Aber Spaß beiseite – dieses Thema enthält auch die Frage: Wie viel Basisdemokratie verträgt eine Kirche? Ist unsere Ausschussverfassung noch zeitgemäß? Wären Beraterstäbe nicht effektiver als Ausschüsse, die oft über Anträge entscheiden müssen, deren Konsequenzen der Einzelne nicht überschauen kann, weil ihm die Sachkompetenz fehlt.

 

Und damit komme ich zu einem ganz entscheidenden Punkt. Ich plädiere ja nicht einfach für eine unkontrollierte Verkirchlichung. Auch dürfte jedem klar sein, das es bei diesem Thema um einen Prozess und nicht um ein Datum geht. Wir können nicht erwarten, dass wir ab dem 1. Januar 2015 als Kirche fungieren. Mir ist durchaus bewusst, dass jedem Verkirchlichungsprozess viele negative Elemente innewohnen.  Deshalb sage ich, dass unsere Kirchenleitung – einschließlich des Leitungsorgan FiD – diesen Prozess  begleiten sollte. Das heißt konkret: nicht nur korrigierend reagieren, sondern konstruktiv agieren! Aus der Geschichte lernen heißt eben auch, dass es möglich sein sollte, den Verkirchlichungsprozess so zu steuern, dass möglichst viele der negativen Begleiterscheinungen vermieden werden. Unsere Gesellschaft hat doch gezeigt, dass so etwas möglich ist. Ich habe das am Beispiel der Daten des Club of Rome gezeigt.

 

 

Schluss

 

Quo vadis - wohin gehst du, Adventgemeinde? So lautet das Motto dieses Studiensabbats. Mir war der geschichtliche Part aufgetragen. Eigentlich ein harmloser Auftrag. Was kann man schon gegen geschichtliche Fakten sagen? Aber mein eigentliches Thema heißt ja >Absturz oder Aufbruch?< Ich denke, dass wir jetzt so viel Material zusammen haben, dass ich diese Frage beantworten kann. Ich werde so formulieren, dass es keine Zwischentöne gibt. Dabei benutze ich die Thesenform.

  1. These: Vom kirchengeschichtlichen Standpunkt aus werden wir Adventisten eine Kirche, weil das eine historisch garantierte Überlebenschance ist.
  2. These: Dieser Verkirchlichungsprozess wird in Deutschland erschwert durch den tradierten Anti-Kirchen-Komplex.
  3. These: Wenn es nicht gelingt, die negativen Elemente eines Verkirchlichungsprozesses zu eliminieren, kann es zu einem Absturz kommen. Die Gliederzahl in Deutschland schrumpft ständig. Der Nachschub aus dem Osten ist versiegt. Die Finanzlage ist mancherorts jetzt schon prekär.
  4. These: Von der Form (Verkirchlichung) ist der Inhalt zu unterscheiden. Die adventistische Verkündigung enthält sinnstiftende Elemente, die gerade heute dringend gesucht werden.
  5. Dazu aber ist es notwendig, dass sich unsere Verkündigung frei macht von tradierten Worthülsen und biblisch Stellung nimmt zu aktuellen Fragen.
  6. Die inhaltliche Bandbreite einer Kirche muss eingeübt werden. Unterschiedliche Meinungen in Lehrfragen müssen ausgehalten werden, ohne einen Ketzervorwurf zu riskieren. Für eine Kirche gilt: Soviel Einheit wie nötig und soviel Freiheit wie möglich.
  7. Ein Aufbruch könnte erfolgen, falls die historischen Zeichen richtig verstanden werden. Da es keine göttliche Garantie dafür gibt, dass es immer eine respektable Gruppe von Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland geben wird, befinden wir uns m. E. nach an einer gefährlichen Wegscheide. Verpassen wir die notwendigen Entscheidungen, lassen uns wie bisher von der Ereignissen treiben, reagieren also statt zu agieren, werden wir Absturz statt Aufbruch erleben.

 

Damit bin ich wieder bei der Gretchenfrage: Wollen  wir, können wir aus der Geschichte lernen? Diese historischen Überlegungen sind für viele von uns neu. Sie wirken auch reichlich theoretisch. Vielleicht überzeugen sie auch nur wenige. Deshalb wird es entscheidend sein, dass die Führungsorgane unserer Freikirche sich mit diesem Thema beschäftigen. Werden sie die Zeit dafür finden? Werden sie dann auch entschlossen handeln? Hier habe ich meine großen Zweifel. Der Polarisierungsprozess ist vielleicht schon zu weit fortgeschritten. Die Bataillone stehen sich kampfbereit gegenüber. Die letzten zwei Jahre haben mich gelehrt, dass es in Deutschland sehr schwer werden dürfte, auch nur einiges von dem zu realisieren, was ich hier ausgeführt habe. Der Aufbruch würde nicht nur die Kraft des Heiligen Geistes erfordern, sondern auch persönlichen Mut. Den aber habe ich in letzter Zeit vermisst. Deshalb mein Resümee: Wir werden versuchen, den Absturz so lange wie möglich zu verhindern, werden aber nicht die Kraft zu einem echten Aufbruch aufbringen. Viele unserer Mitglieder werden sich ins innere Exil begeben, wenn sie nicht schon dort angekommen sind, und nicht wenige werden die Gemeinde verlassen. Der Auflösungsprozess wird langsam vonstatten gehen, sodass viele die Gefahr erst dann erkennen, wenn es schon zu spät ist. Das Tröstliche: Ich werde das – von meinem Alter her gesehen - nicht mehr erleben.

 

Das kann und darf aber nicht mein Schlusswort sein. Bis jetzt habe ich als Historiker gesprochen. Ich darf jetzt als gläubiger Adventist sprechen. Damit will ich kein Jota von dem entkräften, was ich bisher gesagt habe. Es soll auch nicht der Eindruck entstehen, als wollte ich nur noch einen frommen Schluss anhängen. Ich als Person habe ein Dilemma, und vielleicht geht es vielen so. Als Wissenschaftler sehe ich unsere Gemeinde absolut immanenten Gesetzen folgen. Als Glaubender weiß ich um die unumschränkte Herrschaft Gottes über diese Gemeinde. Einerseits sehe ich Gesetze, denen wir als Gemeinde offensichtlich entsprechen. Andererseits weiß ich, dass nach Gottes Ratschluss auch alles ganz anders kommen kann. Aber: das ist keine echte Alternative. Das ist kein Entweder – Oder.

 

Diese Einsicht bewirkt in mir zweierlei: Zum einen bin ich aufgefordert, das zu tun, was in meiner Macht steht, also so zu handeln, wie es die Umstände und der Entwicklungsstand erfordern. Andererseits aber  - weil ich um die Möglichkeit göttlichen Eingreifens weiß – führt mich das zur Demut. Ich will das Meine tun – in diesem Fall habe ich euch mit der historischen Wahrheit konfrontiert – will aber auf das hoffen, was Gott tun kann. Das meint wohl auch der Satz, der an einer Hauswand in Friedensau steht: „Bete und arbeite.“ Es ist zwar ein Mönchsmotto, aber der Inhalt trifft genau das, was ich zum Schluss versucht habe, zu erklären. Nur auf die Hilfe, also das Eingreifen Gottes zu hoffen, das ist zu wenig. Gott erwartet neben dem intensiven Gebet auch unseren ganzen Einsatz – gemäß den Erkenntnissen, die wir zum Beispiel aus der Geschichte gewonnen haben. Beten wir – aber versäumen wir nicht das Arbeiten – auch wenn es mühsam ist, Widerstand weckt und uns manchmal als Person fast zu überfordern scheint. Und es erfordert auch Geduld. Das erste Mal habe ich über diese Gedanken öffentlich am 20. Nov. 1965 in Stuttgart gesprochen. In diesen 46 Jahren hat sich einiges, aber nicht viel verändert. Nicht nur meine Geduld ist jetzt fast am Ende, sondern ich bin überzeugt davon, dass der Zeitpunkt des Handelns gekommen ist. Jetzt ist der kairos da. Eine Generation jüngerer Vorsteher dürfte in der Lage sein, die notwendigen Entscheidungen herbeizuführen. Und mein Eindruck ist: Die Gemeinde wartet darauf, dass sich etwas bewegt. Wenn meine Ausführungen etwas zum Beschleunigungsprozess beitragen sollten, wäre ich sehr zufrieden.

 

Ihr habt heute etwas in das Grundmotiv meiner Arbeit blicken können. Immer wieder habe ich diese Gedanken ventiliert, vielleicht heute zum letzte Mal. Gern hätte ich dieses Referat auch einmal vor dem höchsten Leitungsgremium unserer Freikirche  - der FiD – gehalten, aber dazu ist es jetzt wohl zu spät. Vielleicht wäre der Streit um das „Quo vadis Papier“ nicht so eskaliert, wäre den Mitgliedern der FiD mehr historisches Wissen vermittelt worden.

 

Wenn dieser Studientag einen weiter wirkenden Sinn erhalten soll, dann müssen wir uns zwischen folgender Alternative entscheiden  – und damit will ich schließen:

  1. Wir verbleiben im bisherigen Verhalten des Reagierens – das heißt, wir verschließen uns den historischen Erfordernissen – und es wird zu einem allmählichen Absturz kommen.
  2. Wir lernen aus der Geschichte – das heißt, wir agieren bewusst und konsequent in Fragen der Lehre und der Organisation – und wir werden einen Aufbruch erleben.

 

Wir können wählen.

 

 

 

 

 

 

 



[1] Ich beziehe mich hier v.a. auf mein Referat von 1965 in Stuttgart

 

[2] W. v. Loewenich,  Die Geschichte der Kirche, 1957, S. 55

 

[3] H.-D. Wendland, ThLZ, 1952 S.460

 

[4] H. Lietzmann, Geschichte der Alten Kirche, II, 1953, S. 48

 

[5] Joh. V. Walter, Die Geschichte des Christentums, I, 1947, S. 65

 

[6] W. v. Loewenich, a. a. O. S.73

 

[7] W. v. Loewenich, a. a. O. S. 42

 

[8] Ulrich Kunz, Viele Glieder – Ein Leib, 1953, S.136 ff.

 

[9] Stuttgarter Bibelstudien, Bd. 61, S.134f.

 

[10] „there must be e better, more effective und efficient way of doing church.“ Adventist News Network, Oct. 4, 2005 Silver Spring … (ANN Staff)

 

[11] Generalkonferenz der S.T.A., Euro-Afrika Division, Information für Delegierte über wesentliche Agendapunkte der GK-Vollversammlung in Utrecht 1995, hier Änderungsvorschläge für die GK-Verfassung,A,2.

 

[12] Raymond F.Cottrell, Will Someone Please Page the Three Angels, in Adventist Today  v.5(I),p.15, Jan./Feb.1997

 

[13] R.Cottrell, a.a.O.p.16

 

[14] Haas-v.Kienle, Lateinisch-deutsches Wörterbuch, 1952, S. 584

 

[15] Der Große Duden, Bd. 5, 1960, S. 673